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Kommentar : Gespaltene Auto-Lobby

  • -Aktualisiert am

Kanzlerin Angela Merkel, VDA-Präsident Matthias Wissmann und VW-Vorstand Matthias Müller auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2017 Bild: AFP

Soll der Verband der Automobilindustrie relevant bleiben, muss er seine Mitglieder auch in der Diesel-Debatte einen.

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          Wenn im Frühjahr Matthias Wissmann sein Amt als Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) niederlegt, bedeutet das einen Umbruch für die Lobbyorganisation der deutschen Autobranche. Wissmann steht seit mehr als zehn Jahren an der Verbandsspitze. Die meiste Zeit davon konnte er sich darauf verlegen, zu repräsentieren und seine guten Beziehungen in die Politik für die Branche einzusetzen.

          Dann flogen vor zweieinhalb Jahren die betrügerischen Manipulationen von Diesel-Motoren im Volkswagen-Konzern auf, und Wissmann wurde auch zum Krisenmanager. Gerade im vergangenen Jahr brachte ihm das nicht nur Lob ein.

          Nachdem gegen BMW, Daimler und Volkswagen im Sommer ein Kartellverdacht bekannt wurde, sprach Wissmann von Kulturwandel in der Branche und davon, dass die Unternehmen sich an die Regeln für gute Unternehmensführung halten sollten. Das schmeckte Daimler-Chef Dieter Zetsche nicht. Dabei sind sich einige der im VDA vertretenen Hersteller allem Anschein nach derzeit selbst nicht mehr grün. Hinter vorgehaltener Hand beschweren sich die einen über die anderen.

          Soll der VDA als Branchenvertretung Relevanz behalten, wird Wissmanns designierter Nachfolger Bernhard Mattes vor allem eines tun müssen: die Mitglieder in wichtigen Fragen wie der Diesel-Debatte einen – so gut das unter Konkurrenten eben geht.

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