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Kommentar : Geordnete Verhältnisse

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nf. Die Bauwirtschaft ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Gewerkschaften und viele sozialdemokratische Politiker die Arbeitswelt vorstellen: Statt dem unvermeidlichen Strukturwandel ins Auge zu schauen und das Bauen in Deutschland ...

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          nf. Die Bauwirtschaft ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Gewerkschaften und viele sozialdemokratische Politiker die Arbeitswelt vorstellen: Statt dem unvermeidlichen Strukturwandel ins Auge zu schauen und das Bauen in Deutschland billiger zu machen, wird die Branche vor ausländischer Konkurrenz abgeschottet. Spanische oder belgische Baufirmen, die ihre Mitarbeiter in die Bundesrepublik schicken, müssen sich an die hierzulande geltenden Tarife halten. Das regelt das Arbeitnehmer-Entsendegesetz. Der Lohnwettbewerb ist nach unten durch einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn begrenzt. Selbst die Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind, dürfen ihre Kräfte nicht für weniger Geld beschäftigen. Das ist, was IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel unter "geordneten Verhältnissen" und "fairen Wettbewerbsbedingungen" versteht. Jetzt kommt am 1. September auch noch ein neuer, zweiter Mindestlohn für Facharbeiter hinzu. Damit ist der nächste Kostenschub programmiert. Wie damit der Abwärtstrend der Bauwirtschaft aufgehalten werden soll, ist ein Rätsel. Mit Recht mahnt Wiesehügel den entschlossenen Kampf der Politik gegen illegale Praktiken an. Doch Lohnwettbewerb ist nicht illegal, sondern eine zentrale Stellschraube, um arbeitslose Bauarbeiter wieder in Lohn und Brot zu bringen. Arbeit gibt es genug, bloß ist sie zu teuer. Neue Mindestlöhne dämmen die Schwarzarbeit nicht ein, sondern heizen sie an.

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