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Kommentar: Freihandelsabkommen : Amerikas Machtspiel mit Korea

Das Freihandelsabkommen mit Südkorea zeigt: Präsident Obamas Augenmerk gilt den Gewerkschaften, doch die amerikanischen Verbraucher werden nach einer Ratifizierung des Vertrags für einige Jahre mit höheren Autopreisen zahlen müssen.

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          Mit aller Macht haben die Vereinigten Staaten Südkorea im Ringen um den Freihandelsvertrag weitere Zugeständnisse zum Schutz der amerikanischen Automobilbauer vor Konkurrenz abgepresst. Für Präsident Barack Obama, der qualvoll lange brauchte, um sich die Sache des Freihandels politisch zu eigen zu machen, ist das ein beschämender Einstand als Handelspolitiker.

          Sein Augenmerk gilt den Gewerkschaften, deren Zustimmung er für seine Wiederwahl in zwei Jahren braucht. Die amerikanischen Verbraucher werden dafür nach einer Ratifizierung des Vertrags für einige Jahre mit höheren Autopreisen zahlen müssen. Das hilft der Wirtschaft in der Krise nicht.

          Die Zugeständnisse Südkoreas mögen notwendig sein, um den Freihandelsvertrag endlich durch den Kongress in Washington zu bringen, in dem Obamas demokratische Parteifreunde dem freien internationalen Handel starke Vorbehalte entgegenbringen. Damit dienten sie wenigstens einem guten Zweck. Das handelspolitische Machtspiel der Vereinigten Staaten aber trübt die Aussichten, dass es bei einer Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Doha-Welthandelsrunde schnell zu einem guten Ende kommt.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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