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Bewerber-Kommentar : Freie Bahn für Talente!

Azubis können in ihrer Bewerbung für die Bahn künftig auf das Anschreiben verzichten. Endlich. Denn das brauchen nur unfähige Personalchefs.

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          Die Deutsche Bahn schafft von Herbst an die Bewerbungsschreiben für neue Auszubildende ab. Das ist ein richtiger und gleichwohl überfälliger Schritt. Denn die Bahn braucht in den kommenden Jahren viel neues Personal.

          Einerseits kommen auf den Mobilitätsanbieter neue Aufgaben zu, andererseits verabschieden sich viele Mitarbeiter in den Ruhestand. Warum also an einer Eintrittshürde wie einem formalen und nichtssagenden Bewerbungsschreiben festhalten, dessen Wortlaut im Zweifel aus dem Internet kopiert wurde und dessen Aussagekraft daher gegen Null tendiert?

          Nicht nur der Schienenkonzern muss sich diese Frage stellen. Wessen Arbeitgebermarke nicht über eine Strahlkraft verfügt wie Apple, Google oder Siemens, der muss sich heute schon gewaltig strecken, um Lehr- und Planstellen ordentlich zu besetzen. Formaler Ballast aus dem Industriezeitalter stört im Bewerbungsverfahren nur. Universitäts- und Schulabgänger erwarten künftig, dass sie sich mit einem Klick auf ihr Profil in sozialen Netzwerken auf den Ausbildungs- oder Arbeitsplatz ihrer Wahl bewerben können.

          Freie Bahn für Talente! Nur schwache Personalchefs sind übrigens der Meinung, dass ihnen ein fehlendes Bewerbungsschreiben die Auswahl der Kandidaten erschwere. Die Guten verlassen sich dagegen auf ihr Urteilsvermögen im persönlichen Gespräch.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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