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Kommentar : Flug nach Absurdistan

Selbst wenn man resignierend die Grundsatzfrage vernachlässigt, wem Dumping eigentlich schadet: Dieser Skandal der Trump-Regierung treibt die Absurdität von Zollschranken auf die Spitze.

          Der Flugzeugbauer Boeing hat ein Anti-Dumping-Verfahren gegen den kanadischen Hersteller Bombardier losgetreten, das nun in einer vorläufigen Entscheidung des amerikanischen Wirtschaftsministeriums mündet, bestimmte Flugzeuge mit einem Strafzoll von 220 Prozent zu belegen. Selbst wenn man resignierend die Grundsatzfrage vernachlässigt, wem Dumping eigentlich schadet, treibt dieser Skandal die Absurdität von Zollschranken auf die Spitze.

          Boeing, selbst einer der größten Bezieher von Subventionen und Quasi-Monopolist auf dem amerikanischen Markt, beschwert sich über Dumping bei einem Flugzeugtyp, den es selbst gar nicht im Angebot hat. Boeing hat die Fertigung kleiner Maschinen aufgegeben.

          Deshalb hat die amerikanische Fluggesellschaft Delta solche Flugzeuge in Kanada bestellt. Sollte der Strafzoll Bestand haben, sind Fluggesellschaften gezwungen, größere Maschinen von Boeing oder anderen zu ordern, die sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht bestellen wollen.

          Oder sie stellen bestimmte Dienste ein. Das passiert, wenn Monopolisten Handelspolitik betreiben und staatliche Entscheidungsträger von der Parole „America first“ geblendet werden.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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