https://www.faz.net/-gqe-93jk2

Kommentar : Fahrenschons Wiederwahl verschieben

  • -Aktualisiert am

Die Sparkassen tragen ihre Gemeinwohlorientierung wie eine Monstranz vor sich her. Jemand, dem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, ist an ihrer Spitze kaum haltbar.

          1 Min.

          Bis Dienstag schien Georg Fahrenschons Wiederwahl zum Sparkassenpräsidenten sicher. Doch einen Tag vor der Abstimmung hat jemand, der Fahrenschon so richtig schaden will, eine bisher im bayerischen Nebel wabernde Ermittlung gegen ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ans Licht befördert.

          Gemutmaßt wird, dass „Parteifreunde“ aus der CSU mit dem früheren bayerischen Finanzminister Fahrenschon noch eine Rechnung offen haben und ihn nun zu Fall bringen wollen. Das lässt sich natürlich nicht beweisen, und es ist auch nicht entscheidend. Entscheidend ist vielmehr, dass die Sparkassen aus den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft an diesem Mittwoch die richtigen Schlüsse ziehen.

          Das Amt des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist das wichtigste, das die größte deutsche Finanzgruppe für immerhin sechs Jahre zu vergeben hat. Für die Sparkassen, die ihren öffentlichen Auftrag mit Gemeinwohlorientierung und regionaler Nähe oft wie eine Monstranz vor sich hertragen, ist jemand an der Spitze kaum tragbar, dem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Die Sparkassen sollten bis zur Klärung der Vorwürfe die Wiederwahl Fahrenschons verschieben.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Mainzer Goldgrube im Kampf gegen die Pandemie Video-Seite öffnen

          Globaler Hoffnungsträger : Mainzer Goldgrube im Kampf gegen die Pandemie

          Voriges Jahr war die Mainzer Biotechnologiefirma Biontech noch weithin unbekannt, nun hat sie sich zum globalen Hoffnungsträger im Kampf gegen die Corona-Pandemie gemausert. Zusammen mit dem amerikanischen Pharmariesen Pfizer entwickelte Biontech einen nach eigenen Angaben zu mehr als 90 Prozent wirksamen Impfstoff gegen das Virus.

          Topmeldungen

          Reiner Haseloff (links) und Holger Stahlknecht (beide CDU)

          Haseloff entlässt Stahlknecht : Das Magdeburger Fiasko

          Die CDU in Sachsen-Anhalt vollführt einen heißen Ritt. Es spricht viel für den Koalitionsbruch. Dann geht es bis zur Landtagswahl so weiter. Das kann nur die Scharfmacher freuen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.