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Kommentar : Energiewende-Illusionen

  • -Aktualisiert am

Selbst die EU will Deutschland nicht auf dem Weg in die subventionierte Öko-Planwirtschaft folgen. Es geht nun alleine um weniger Treibhausgas-Emissionen. Gut so.

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          Die Energiewende als Exportschlager, das ist eine von deutschen Umweltpolitikern gepflegte Illusion. Tatsächlich findet diese Wende international keine Nachahmer. Selbst die EU will Deutschland nicht auf dem Weg in die subventionierte Öko-Planwirtschaft folgen. Weil die aus dem Ruder laufende Förderung von deutschem Ökostrom in Europa für erheblichen Ärger sorgt (grotesk verzerrte Strompreise, gefährdete Stabilität der Stromnetze, Abschreibung selbst modernster Kraftwerke), zeichnet sich ein Wandel in der europäischen Klima- und Energiepolitik ab.

          Die meisten EU-Staaten wollen sich auf die Verringerung von Treibhausgasen konzentrieren und keine Ausbauziele für Ökostrom mehr akzeptieren. Das ist politisch klug, weil man sich nicht abhängig macht von Ökostrom-Lobbyisten, die weniger das Klima als ihr Portemonnaie im Blick haben.

          Das ist auch umweltökonomisch geboten, da subventionierter Ökostrom den Emissionshandel aushebeln kann. Ein funktionierender Handel mit Emissionszertifikaten in Europa wäre für China und andere ein Vorbild und für das Klima ein Segen. Hierfür müsste Deutschland nur noch eine Illusion aufgeben: allein das Klima retten zu können.

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