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Kommentar : Lieber Beton-Koalition?

Erst warb Roland Koch dafür, jetzt der Wirtschaftsrat der CDU: die Minderheitsregierung. Tatsächlich hilft die stabilste Regierung wenig, wenn sie trotzig in die falsche Richtung marschiert.

          Die Debatte, ob das Land besser mit einer weiteren großen Koalition oder einer Minderheitsregierung fährt, gewinnt an Fahrt. Erst warb der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch dafür, in ungewöhnlichen Zeiten ungewöhnliche Wege zu versuchen. Dann spricht sich das Präsidium des Wirtschaftsrates der CDU dagegen aus, nach dem Scheitern von Jamaika in die nächste Groko zu fliehen, da dies unbezahlbare soziale Leistungen kosten dürfte.

          Tatsächlich hilft die stabilste Regierung dem Land wenig, wenn sie bockbeinig in die falsche Richtung marschiert. Man kann nicht oft genug daran erinnern, dass es nicht gottgegeben ist, wenn die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft wächst und die Steuern sprudeln. Es kommt vielmehr darauf an, was man daraus macht.

          Die Unionsführung mit Angela Merkel an der Spitze sollte sich an dem Spruch der Betonwirtschaft orientieren: Das Land muss in seine Zukunft investieren. Eine große Koalition, die Private bevormundet, Arbeit verteuert und Leistungsbereite entmutigt, wäre ein hässliches Betonmonster. Im Vergleich dazu ist die Minderheitsregierung ein brutalistischer Zweckbau mit Verfallsdatum. Da fällt die Wahl leicht.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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