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Kommentar : Ein Digitalminister wäre mehr als ein Signal

Roboter und Algorithmen werden bald unser Leben verändern. Deshalb braucht es einen Digitalminister. Bild: AFP

Alles verändert sich: die Kommunikation, die Energienetze, der Verkehr, die Produktion. Deshalb braucht Deutschland einen Digitalminister. Einen mit politischem Gewicht. Pläne und Phrasen gibt es schon genug.

          Braucht Deutschland einen Digitalminister? Ja. Pläne und Phrasen zur Gigabitgesellschaft, der digitalen Verwaltung, zur Digitalisierung von Bildung und Beruf allein kann niemand mehr hören. Es wird Zeit, dass das Land die Ideen Wirklichkeit werden lässt – und der Diskurs darüber nicht nur von einer Fachöffentlichkeit, sondern von der Gesellschaft insgesamt getragen wird.

          Alles verändert sich: die Kommunikation, die Energienetze, der Verkehr, die Produktion. Der Umbau kostet Geld und erfordert mehr qualifizierte Arbeitskräfte, als heute zur Verfügung stehen. Keines der bisherigen Ministerien muss deshalb befürchten, es habe künftig weniger zu tun, wenn es einen Digitalminister gibt, im Gegenteil. Es muss auch kein ausgewachsenes Ministerium aufgebaut werden. Ein Staatsminister für Digitalpolitik, angesiedelt im Kanzleramt, reichte wohl aus.

          Entscheidend ist, dass die Position mit politischem Gewicht und technischer Kompetenz zugleich besetzt wird. Ohne die Hilfe der Kanzlerin oder des Kanzlers wird das nicht gehen. Der digitale Umbau muss Chefsache sein, im Staat wie in jedem Unternehmen. Schon wieder eine Phrase – noch aber ist das Gegenteil der Fall. Das ist ein Problem.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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