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Tobias Piller (tp.)

Kommentar : Die Zweifel des IWF

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Der IWF stellt seine Beteiligung an einem neuen Rettungspaket für Griechenland immer heftiger in Frage. Damit wankt das fragile Rettungsgleichgewicht.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt seine Beteiligung an einem neuen Rettungspaket für Griechenland immer heftiger in Frage. Damit wankt das fragile Rettungsgleichgewicht. Denn Deutschland wollte und will sich nur an Hilfsprogrammen beteiligen, wenn nüchterne IWF-Fachleute mit ihren Erfahrungen aus der Sanierung vieler Länder am Reformprogramm für Athen mitarbeiten und der Fonds auch einen Teil des Risikos trägt.

          Doch der IWF hat die Risiken unterschätzt und bekommt kalte Füße. Die Spekulationen über seinen Rückzug aus Griechenland sollen die Europäer zwingen, den Griechen mehr Geld und einen Schuldenerlass zu gewähren – nur so können dann in Washington die Kreditanträge wieder ein wenig belastbarer aussehen.

          An die Griechen sendet der IWF damit widersprüchliche Signale. Die Taktierer in Washington ermutigen auch Ministerpräsident Alexis Tsipras zum Taktieren. Dabei brauchte Griechenland eine entschlossene Wende, um bei den Bürgern und den Unternehmern jenes Vertrauen zu schaffen, das die Voraussetzung dafür ist, dass das Land irgendwann wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt.

          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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