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Kommentar : Die Reichen sind nicht so wichtig

Am obersten Prozent entzündet sich der Streit um die Ungleichheit. Doch das wird schnell zur Neiddebatte. Andere Fragen sind wichtiger.

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          Es sind die Spitzenverdiener, an denen sich der Streit um die Ungleichheit entzündet. Seit die „Occupy“-Bewegung in Amerika die Einkommen des obersten Prozents aufs Korn genommen hat, gelten sie als Quelle des Übels. Tatsächlich haben die Superreichen in Amerika ihr Einkommen besonders gesteigert – in Deutschland sieht der Trend anders aus.

          Doch wer sich nur auf das oberste Prozent fokussiert, landet schnell in einer vergifteten Neiddebatte. Wichtig sind zwei andere Fragen. Die erste heißt: Wächst der Wohlstand auch für Arme und für Durchschnittsverdiener? Gerade damit war Deutschland in den vergangenen Jahren erfolgreich. Viele Arme müssen nicht mehr vom Staat leben, sondern sie haben Arbeit gefunden. Inzwischen ist der Arbeitsmarkt so stark, dass die Deutschen die kräftigsten Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre einfahren.

          Doch es gibt noch eine zweite wichtige Frage: Hängt der Erfolg eines Kindes von seiner Herkunft ab? Da hat Deutschland noch Luft nach oben. Wenn ein Kind keine gut ausgebildeten Eltern hat, sind auch seine Bildungschancen schlechter. Entscheidend ist nicht Geld. Es geht darum, wie wichtig den Familien Bildung ist und wie gut Eltern ihre Kinder fördern können.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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