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Kommentar : Die Helfer

Die Zentralbanken kommen den Geschäftsbanken zur Hilfe. Dabei müssen sie sich zweier Gefahren bewusst sein. Denn Geldpolitik ist mächtig, aber nicht allmächtig.

          Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt die EZB daher. Dieses Mal kommt die Europäische Zentralbank allerdings nicht alleine den Geschäftsbanken zur Hilfe, sondern in Zusammenarbeit mit allen wichtigen Zentralbanken der westlichen Welt. Die Zentralbanken sichern den Geschäftsbanken zu günstigen Bedingungen schnellen und problemlosen Zugriff zu den wichtigsten Währungen der Welt. Das Bankensystem ist derzeit durch tiefes Misstrauen gekennzeichnet. Mit ihren Eingriffen wollen die Zentralbanken aber nicht nur dessen Funktionsfähigkeit verbessern, sondern auch zur Stützung der lahmenden Konjunktur beitragen. Die Steuerung der Konjunktur gehört zwar aus guten Gründen nicht zum offiziellen Aufgabenkatalog der EZB, wird in der Praxis aber von vielen Zentralbanken als eine Art Nebenaufgabe betrachtet, sofern sie nicht dem Ziel eines stabilen Geldwertes entgegensteht. In den Vereinigten Staaten hat die Zentralbank Fed sogar den offiziellen Auftrag, gleichzeitig für stabiles Geld und niedrige Arbeitslosigkeit zu sorgen.

          Die Marktteilnehmer haben die Absicht der Zentralbanken, einen solchen Beitrag zur Konjunkturstützung zu leisten, honoriert. An den Aktienmärkten haussierten nicht nur die Kurse der Banken, sondern auch die Kurse exportstarker Industriekonzerne. Auch an den Märkten für europäische Staatsanleihen stiegen die Kurse. Wenn es also Absicht der Zentralbanken war, die Lage an den Finanzmärkten zu entspannen, so ist ihnen dies zumindest kurzfristig gelungen. Die langfristige Wirkung solcher Markteingriffe ist nach aller Erfahrung eher unsicher. Mit Geld alleine lassen sich auf Dauer nicht alle wirtschaftlichen Probleme lösen.

          Vielmehr müssen sich die Zentralbanken zweier Gefahren bewusst sein. Zum einen dürfen sie über die Bereitstellung von immer mehr Geld nicht die Kontrolle über die Geldmenge und damit über das Inflationspotential verlieren. Das nun veröffentlichte Programm ist zwar bis Februar 2013 befristet, aber solche Programme können auch verlängert werden. Zum zweiten kann die Geldpolitik nicht die Aufgabe übernehmen, die Staatsschuldenkrise im Euroraum zu lösen. Dies ist und bleibt in erster Linie die Aufgabe der Regierungen in den betroffenen Ländern. Geldpolitik ist mächtig, aber nicht allmächtig.

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