https://www.faz.net/-gqe-9jkqm

Kommentar : Die Grenzen des Kindergelds

Das Kindergeld steht im Verdacht, für nicht wenige Familien Migrationsanreiz und zentrale Einkommensquelle zu sein. Nicht zu Unrecht.

          Über das Kindergeld werden quer durch die Parteien zwei getrennte Debatten geführt, als hätten sich die Teilnehmer in Echokammern eingekapselt: Auf der einen Seite treiben Familienpolitiker die Wünsche zur Höhe staatlicher Kinderleistungen immer höher. Die Idee einer „Kindergrundsicherung“ von 620 Euro je Kind wird salonfähig, wie sich an der SPD gerade zeigt; die Familienpolitiker der Union werden sicher bald nachlegen. Auf der anderen Seite gibt es großen Unmut darüber, dass das Kindergeld auch im EU-Ausland lebenden Kindern zugutekommt – nicht nur solchen deutscher Eltern, sondern auch etwa Kindern rumänischer Eltern in Deutschland.

          Das Kindergeld steht im Verdacht, für nicht wenige Familien Migrationsanreiz und zentrale Einkommensquelle zu sein. Gerade deshalb setzen sich Union und SPD auf EU-Ebene dafür ein, die Zahlungen ins Ausland begrenzen zu dürfen. Nur leider kollidiert das mit dem Brüsseler Rechtsverständnis. Falls die freigiebigen Familienpolitiker EU-Recht respektieren, sollten sie also wenigstens die Folgen ihrer Wunschträume benennen: Für drei Kinder in Rumänien würden als „Kindergrundsicherung“ mehr als 1800 Euro im Monat nach Bukarest überwiesen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der perfekte Prototyp der Generation X: Auch in seinem jüngsten Werk „Weiß“ sonnt sich der amerikanische Schriftsteller Bret Easton Ellis in seiner Paraderolle.

          Das neue Buch von B. E. Ellis : American Weichei

          Mit verstörenden Romanen wie „American Psycho“ ist Bret Easton Ellis berühmt geworden. Mit seinen Tweets hat er viele brüskiert. In seinem neuen Buch „Weiß“ rechnet er mit sich und der amerikanischen Gesellschaft ab.

          Bericht des Sonderermittlers : Muellers Zeugen fürchten Trumps Rache

          Einige Demokraten wollen ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump, andere setzen auf die Urteilskraft der Wähler. Die Beliebtheitswerte des Präsidenten sind seit der Veröffentlichung des Mueller-Berichts schon gefallen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.