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Kommentar : Die Grenzen des Kindergelds

Das Kindergeld steht im Verdacht, für nicht wenige Familien Migrationsanreiz und zentrale Einkommensquelle zu sein. Nicht zu Unrecht.

          Über das Kindergeld werden quer durch die Parteien zwei getrennte Debatten geführt, als hätten sich die Teilnehmer in Echokammern eingekapselt: Auf der einen Seite treiben Familienpolitiker die Wünsche zur Höhe staatlicher Kinderleistungen immer höher. Die Idee einer „Kindergrundsicherung“ von 620 Euro je Kind wird salonfähig, wie sich an der SPD gerade zeigt; die Familienpolitiker der Union werden sicher bald nachlegen. Auf der anderen Seite gibt es großen Unmut darüber, dass das Kindergeld auch im EU-Ausland lebenden Kindern zugutekommt – nicht nur solchen deutscher Eltern, sondern auch etwa Kindern rumänischer Eltern in Deutschland.

          Das Kindergeld steht im Verdacht, für nicht wenige Familien Migrationsanreiz und zentrale Einkommensquelle zu sein. Gerade deshalb setzen sich Union und SPD auf EU-Ebene dafür ein, die Zahlungen ins Ausland begrenzen zu dürfen. Nur leider kollidiert das mit dem Brüsseler Rechtsverständnis. Falls die freigiebigen Familienpolitiker EU-Recht respektieren, sollten sie also wenigstens die Folgen ihrer Wunschträume benennen: Für drei Kinder in Rumänien würden als „Kindergrundsicherung“ mehr als 1800 Euro im Monat nach Bukarest überwiesen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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