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Euro-Wirtschaft : Erfreulich robust

Es klingelt in der Kasse: Nach wie vor wächst die Euro-Wirtschaft. Bild: dpa

Die Konjunktur in der Währungsunion ist widerstandsfähiger als gedacht. Das ist ein gutes Zeichen angesichts der Risiken, die nach wie vor bestehen.

          Wie geht es der Euro-Wirtschaft? Längst nicht (mehr) so gut wie im vergangenen Jahr um diese Zeit, lautet die Antwort mit Blick auf die jüngsten Umfragen unter Managern europäischer Unternehmen.

          Durchaus erfreulich sind vor diesem Hintergrund die nun bekannt gegebenen Wachstumsdaten für die Währungsunion. Danach ist die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten dieses Jahres doppelt so stark gewachsen wie im Quartal zuvor: Um 0,4 Prozent. Das ist auch mehr als zuvor befragte Volkswirte vorhergesagt hatten.

          Ebenfalls eine gute Nachricht ist, dass diese Zahl nicht von einer einzigen Euro-Volkswirtschaft getragen wird, sondern das Vorzeichen allerorten positiv ist, in Frankreich ebenso wie in Spanien. Und sogar in Italien – die drittgrößte Ökonomie der Währungsunion befindet sich demnach nicht mehr in einer (technischen) Rezession. Ihre bislang wirtschaftspolitisch, höflich formuliert, nicht gerade herausragende Regierung in Rom ist womöglich noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

          Parallel dazu sinkt die  Arbeitslosigkeit in der Währungsunion weiter, sie beträgt nun 7,7 Prozent und liegt damit deutlich unter den besorgniserregend hohen Werten von vor wenigen Jahren. Merkliche Beschäftigungsunterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt es nach wie vor, Deutschland liegt deutlich unter dem Schnitt, der Arbeitsmarkt der Bundesrepublik befindet sich schon lange in einer überdurchschnittlich robusten Verfassung – aber immerhin.

          Was heißt das nun für die kommenden Monate? Die neuen Zahlen beziehen sich einerseits auf einen zurückliegenden Zeitraum, aus ihnen lässt sich nicht herauslesen, dass die Konjunktur in Europa weiter allen Widrigkeiten trotzt. Die Risiken sind hinlänglich bekannt: Wann und wie treten die Briten aus der EU aus? Schließen Amerikaner und Chinesen einen (vorübergehenden) Handelspakt oder einigen sie sich doch nicht und überziehen sich mit weiteren Strafaktionen? Wie reformfreudig bleibt der französische Präsident Macron? Und fristet in Deutschland eine wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik auf absehbare Zeit ein Schattendasein verglichen mit einer durchaus aktiven Sozialpolitik?

          Wirklich klare und sichere Antworten darauf lassen sich derzeit schwer geben. Einstweilen bleibt aber immerhin festzuhalten, dass die Euro-Wirtschaft erfreulich robust scheint, widerstandsfähiger und weniger anfällig zumindest als manche düsteren Vorhersagen befürchten ließen.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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