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Kommentar : Für freie Buchpreise

Die Buchpreisbindung rettet weder die Buchhändler noch die Vielfalt der Literatur. Sie sollte wegfallen.

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          Die Monopolkommission hat sich die Buchpreisbindung vorgenommen. Das ist in Deutschland ein sehr emotional besetztes Thema. Bücher gelten nicht nur Bildungsbürgern als eine tragende Säule unserer Kultur. Das soll auch so bleiben. Das Buch ist aber nicht nur ein Kulturgut, sondern auch eine Handelsware. Bei dieser nüchternen Betrachtung wird man erkennen, dass nicht alles heilig ist auf diesem Markt und mit Ewigkeitsanspruch ausgestattet.

          Die Monopolkommission hat zu Recht darauf verwiesen, dass die Preisbindung in ihrer jetzigen Form weniger dem Buch als solchem, als vielmehr dem Handel zugutekommt. Der Buchhandel muss sich dem Preiswettbewerb nicht aussetzen. Der Glaube, dass damit der Strukturwandel verhindert werden kann, ist ein für viele Händler tödlicher Irrtum. Das Vordringen von Amazon ist durch die Buchpreisbindung nicht aufzuhalten.

          Ähnlich sieht es auch mit der Vielfalt der Literatur aus. Sie hängt nicht an der Preisbindung, wie ein Blick nach Island oder Lettland zeigt. Im Gegenteil: Ohne Preisbindung würde man Strukturveränderungen bei den Verlagen, im Handel oder bei den Lesern schneller und besser erkennen – und könnte im Bedarfsfall gezielt darauf reagieren. Die Politik wäre daher gut beraten, die Buchpreisbindung einfach ersatzlos aus dem Gesetz zu streichen.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

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