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Kommentar zu Gesichtserkennung : Angst vor der Überwachung

  • -Aktualisiert am

Gesichtserkennung in China. Bild: Reuters

Der zunehmende Einsatz von Gesichtserkennung macht sogar Tech-Konzernen Angst. Vor allem, wenn sie der Staat nutzt.

          1 Min.

          Wie erschreckend gut Gesichtserkennung heutzutage schon funktioniert, machen die Chinesen vor. Auf einem Konzert erkannte die Polizei einen Mann unter 50.000 Besuchern. Er hatte seine Steuern nicht bezahlt und wurde kurz nach Beginn aus der Menge herausgeholt.

          Das ist ein Extremfall, doch schleicht sich die Technik wie selbstverständlich in unser Leben. Apple entsperrt iPhones mit der „Face ID“, Facebook bietet seinen Nutzern an, alarmiert zu werden, wenn Fotos von ihnen im Netzwerk auftauchen. Auch Microsoft experimentiert damit. Mit riesigen Datenmengen in seinem Cloud-Angebot Azure identifiziert der Technologiekonzern Gesichter und kann Emotionen erkennen. Das gehört praktisch zum kleinen Einmaleins der Tech-Konzerne.

          Doch die staatliche Überwachung, die mit der Technologie möglich ist, macht dem Präsidenten und obersten Juristen von Microsoft Angst. In einem langen Essay hat Brad Smith davor gewarnt, nun hat er seine Forderungen auf einer Konferenz präzisiert. Er fordert Gesetze, damit Staaten sich nicht zu große Freiheiten in der Überwachung herausnehmen.

          Das ist eine richtige Forderung, und es ist gut, dass sich diejenigen positionieren, die solche Techniken entwickeln. Die Chinesen wird das freilich nicht beeindrucken. Doch auch sie erkennen Grenzen der Technik: Neulich verwechselte Chinas Gesichtserkennung nämlich eine Frau mit einem Bus.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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