https://www.faz.net/-gqe-8wwpu

Kommentar : Die andere Hälfte

  • -Aktualisiert am

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Werbung zu schalten, sollte kein Markenhersteller allein Computerprogrammen überlassen. Viele tun es trotzdem - mit unschönen Folgen.

          1 Min.

          Kaum ein Bonmot wird in der Werbebranche so oft bemüht wie das von Henry Ford. Die Hälfte der Werbung sei rausgeschmissenes Geld, konstatierte der Autopionier dereinst, man wisse nur leider nicht, welche Hälfte. Entsprechend groß war in den vergangenen Jahren die Begeisterung für Online-Werbung, die nicht nur vergleichsweise günstig ist, sondern auch noch mit dem Versprechen wirbt, dank intelligenter Software genau die Menschen anzusprechen, die für ein bestimmtes Produkt empfänglich sind.

          Fast jeder Internetnutzer kennt das Phänomen, wie ein Turnschuh, einmal kurz in einem Online-Shop angeklickt, einen noch über Wochen verfolgen kann. Doch leider haben Unternehmen und Agenturen während dieser – weitgehend automatisiert ablaufenden – Verfolgungsjagd den Blick darauf verloren, auf welchen Internetseiten ihre Werbung so alles ausgespielt wird. Mitunter nämlich auch auf solchen mit islamistischen oder rechtsextremen Inhalten.

          Dass das amerikanische Bankhaus JP Morgan Chase nun den Wildwuchs beschneidet und nur noch auf 5000 zuvor geprüften Seiten statt wie zuvor auf 400.000 wirbt, ist ein richtiger Schritt – und sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. So verlockend es auch sein mag: Werbung zu schalten, sollte kein Markenhersteller allein Computerprogrammen überlassen.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Schallende Ohrfeige für EY“

          Wirecard-Skandal : „Schallende Ohrfeige für EY“

          Der Bericht des Sonderermittlers zu Wirecard wirft laut SPD kein gutes Licht auf die Wirtschaftsprüfer EY. Mehr als zehn Jahre habe die Gesellschaft die Bilanzen testiert.

          Topmeldungen

          Söder am Dienstag in München

          Entscheidung für Laschet : Wie Söder sich verkalkulierte

          Tagelang hatte es so ausgesehen, als könnte Markus Söder sich im Ringen um die Kanzlerkandidatur durchsetzen. Doch Armin Laschet gelang es offenbar am Sonntagabend, das Blatt zu wenden – bei einem denkwürdigen Zusammentreffen.

          Schulen und Corona : Die Willkür eines Schwellenwertes

          Es war ein politischer Kompromiss, dass die Schulen ab einer Inzidenz von 165 schließen sollen. Sachgründe gab es dafür offenbar nicht. Kultusminister und Lehrer sind verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.