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Wirtschaftskriminalität : Der Sport-Sumpf

Immer wieder stellt sich in großen Betrugsverfahren die Frage, weshalb die Kontrollmechanismen der Unternehmen gefehlt haben oder so leicht umgangen werden konnten.

          Der mutmaßliche Millionenbetrug in der Vermarktung von Werbebanden im Fußball erinnert einen anderen spektakulären Fall: Im Jahr 2009 wurde ein erfolgreicher Werbemanager aus dem Rhein-Main-Gebiet zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt, weil er 30 Millionen Euro veruntreut haben soll, indem er Freiminuten, die Fernsehsender Agenturen als Rabatt gewähren, auf eigene Rechnung verkauft hatte. Ähnlich könnte ein leitender Mitarbeiter des Schweizer Vermarkters Infront vorgegangen sein – zum Schaden des Deutschen Fußball-Bundes und vieler Werbekunden. Ob gar ein ganzes kriminelles Netzwerk dahinter stehen könnte, wird sich noch erweisen. Immer wieder stellt sich aber schon vor der langwierigen juristischen Aufklärung die Frage, weshalb die Kontrollmechanismen der Unternehmen gefehlt haben oder so leicht umgangen werden konnten. Und gerade die Sportbranche ist anfällig für Korruption jeglicher Art, was die dunklen Machenschaften innerhalb großer Fußballorganisationen wie der Fifa belegt haben. Milliarden werden von Fernsehsendern und Werbeindustrie in den Sport gepumpt, überall halten Zwischenhändler die Hand auf, die Verführungen für Betrüger sind groß, weil die Regeltreue im Geschäft meist nur lax überprüft wird. So ist der Sumpf noch lange nicht trockengelegt.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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