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Kommentar : Der Rubel-Poker

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Ausgerechnet das, was Russland in internationalen Beziehungen derzeit am wenigsten genießt, soll nun den Rubel stützen: Glaubwürdigkeit. Wenn es funktioniert, ist es ein Husarenstück.

          Ausgerechnet das, was Russland in internationalen Beziehungen derzeit am wenigsten genießt, soll nun den Rubel stützen: Glaubwürdigkeit. Zum Glück geht es nicht um die Glaubwürdigkeit des Kreml, sondern um jene der Notenbank. Nachdem sie in den vergangenen Wochen streng nach ihrem öffentlich bekannten Handbuch immer wieder Devisen verbrannt hat, ohne den Fall des Rubel zu stoppen, zieht sie sich jetzt aus dem Markt zurück. Sie will nur noch eingreifen, wenn ein Notfall eintritt; in welcher Höhe sie zu intervenieren bereit ist, ist unbekannt.

          Genug Devisen für starke Eingriffe hat sie, aber ob und wann sie diese nutzt, ist nun weitaus schlechter vorhersagbar als in dem alten Währungsregime. Der Rubel ist frei – solange wie die Notenbank es will. Jetzt muss vorsichtig sein, wer gegen die Währungshüter wetten will.

          Die kommenden Tage werden zeigen, ob dieses psychologische Pokerspiel mit dem Markt aufgeht. Damit das geschieht, muss die Notenbank als glaubwürdig gelten. Den Grundstein dafür hat sie gelegt, als sie dieses Jahr trotz Turbulenzen an der seit langem geplanten Liberalisierung des Rubel festhielt. Wenn es funktioniert, ist es ein Husarenstück.

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