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Kommentar : Der IWF in Deckung

Man kann den Mitgliedsstaaten des Internationalen Währungsfonds nur empfehlen, in Deckung zu gehen. Wer dem Fonds immer mehr Geld in die Hand gibt, darf sich nicht wundern, wenn er immer mehr bedürftige Krisenländer entdeckt.

          Wäre die Welt oder auch nur die Finanzwelt untergegangen, wenn der Internationale Währungsfonds nicht mehr Geld bekommen hätte? Wohl kaum. Die mehr als 430 Milliarden Dollar sollen die Märkte davon abhalten, scheinbar unschuldige Länder mit dem Virus der Finanzkrise anzustecken.

          Im Kern ist das eine teure Wette darauf, dass die Ökonomen des IWF besser als die Volkswirte und Analysten an den Finanzmärkten wissen, welche Regierung eine gute Finanz- und Wirtschaftspolitik betreibt und welche nicht. Die Aufstockung der Finanzen spiegelt insoweit die marktfeindliche Haltung der Regierungen wider, es gehe um einen Krieg gegen die Finanzmärkte. Nicht umsonst spricht IWF-Chefin Christine Lagarde von „Feuerkraft“.

          Man kann den Mitgliedsstaaten des Fonds nur empfehlen, in Deckung zu gehen. Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage. Das lehrt die Erfahrung der ersten Finanzaufstockung während der Finanzkrise 2009, als nicht mehr die Notwendigkeit, sondern das neu verfügbare Geld manche Pläne im IWF bestimmte. Wer dem Fonds immer mehr Geld in die Hand gibt, darf sich nicht wundern, wenn er immer mehr bedürftige Krisenländer entdeckt.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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