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Kommentar : Der (dumme) Ehrliche

  • -Aktualisiert am

Es gibt bislang weder gegen BMW noch gegen Mercedes einen Beweis für Abgasmanipulationen. Trotzdem ist ihre Glaubwürdigkeit ruiniert.

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          Was wäre los gewesen, hätte heute eine sogenannte Umwelthilfe oder einer jener Weltverbesserer mal wieder behauptet, in einem BMW sei eine illegale Abschalteinrichtung zur Manipulation der Abgase entdeckt worden? Klarer Fall, wieder hätte es geheißen, alles Verbrecher. Die öffentlich-rechtlichen Sender hätten sich zum Sachverständigen und Chefankläger erklärt und ausgiebig über den „Skandal“ berichtet.

          Hingegen wird die aktuelle und bestätigte Meldung, die Basis früherer Anschuldigungen gegen BMW seien Messungen außerhalb der gesetzlichen Vorgaben gewesen, wie das Kraftfahrtbundesamt feststellt, von kaum jemandem wahrgenommen. Doch woran sollen sich Ingenieure der Autoindustrie anderes halten als an gesetzliche Vorgaben?

          Es gibt bislang weder gegen BMW noch gegen Mercedes-Benz einen Beweis für und erst recht keine Verurteilung wegen Abgasmanipulationen. Dennoch ist ihre Glaubwürdigkeit ruiniert. Ducken und hoffen, man werde nicht in den VW-Strudel gesogen, war falsch. So überließ man Krawallbrüdern zu Lasten Hunderttausender anständiger Mitarbeiter in der Industrie die Stammtischhoheit. Und am Ende ist der Ehrliche der Dumme.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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