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Kommentar : Der Dealmaker

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Er zeigt, wo es lang geht: Donald Trump Bild: AP

Die Offenheit, mit der Donald Trump die Dinge beim Namen nennt, ist irritierend und erfrischend zugleich. Seine Kritiker sollten sich besser auf Konflikte einstellen – statt sich zu beklagen.

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          In seinem ersten Interview mit europäischen Zeitungen zeigt Donald Trump, dass er mehr als „nur“ twittern kann. Er mag sich teils widersprechen und manches verfremden, aber er ließ sich auf ein offenes Gespräch ein. Wie für amerikanische Manager üblich, wurden im Vorfeld weder die Fragen abgestimmt noch durch Autorisierung nachher die Antworten glattgebügelt. Politiker und Manager aus Deutschland trauen sich das nicht. Ohne Rücksicht auf diplomatische Gepflogenheiten zeigt hier der kommende amerikanische Präsident in klarer Sprache, wie er die größte Ordnungsmacht der Welt zu führen gedenkt: wie ein CEO der Vereinigten Staaten, der mit Deals möglichst viel für Amerika rausholen will.

          Die Offenheit, mit der Trump die Dinge beim Namen nennt, ist irritierend und erfrischend zugleich. Dass der Kontrollverlust an den deutschen Grenzen ein großer Fehler war, sahen die meisten Europäer schon vor anderthalb Jahren so. Auch dass die Amerikaner den Irak nie hätten angreifen sollen, bestreitet heute kaum noch jemand. Richtig ist ebenfalls, dass die meisten Natopartner weniger in das Bündnis investieren als zugesagt.

          Bricht nicht auch die EU ständig ihre Regeln?

          Das macht aber die Nato nicht „obsolet“. Ob die Trennung Großbritanniens von der EU wirklich „großartig läuft“, wird man sehen. Es stimmt jedoch, dass die Flüchtlingspolitik der Tropfen war, der das Brexit-Fass überlaufen ließ. Und noch weiß niemand, ob nicht doch noch weitere Länder aus der EU austreten werden.

          Der Unternehmer Trump nahm auf Konventionen und Regeln wenig Rücksicht, um den optimalen Deal zu erreichen. Anstatt das zu beklagen, sollten sich seine Kritiker in Europa darauf einstellen. Bricht nicht auch die EU ständig ihre Regeln, um etwa den Euro zu retten oder neue Schulden zu machen? Für die deutsche Wirtschaft kann Trumps schräge Vorstellung von Freihandel (so viele Autos hier wie dort) den Konflikt bringen.

          Ihn ärgern die Überschüsse im Handel mit Amerika, obwohl sie im fairen Wettbewerb durch freie Entscheidungen amerikanischer Konsumenten erzielt werden. Er klagt über die Erfolge deutscher Autohersteller und sieht darüber hinweg, dass Deutsche so gerne amerikanische IT oder Internetdienste nutzen. Als Dealmaker straft oder belohnt Trump einzelne Firmen. Damit mag er kurzfristig Erfolg haben, doch langfristig schadet Wirtschaftspolitik nach Gutsherrenart dem Wettbewerb und den Verbrauchern, weil für die das Leben teurer wird.

          Nach Zeitungsinterview : Kritik an Trumps Äußerungen von deutschen Politikern

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