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Kommentar : Chinas Zombie-Börse

Die chinesische Regierung hat massiv ins Börsengeschehen eingegriffen. Doch eine Zombie-Börse, die künstlich am Leben gehalten wird und willenlos herumgeistert, kann nicht funktionieren.

          Mittlerweile hat die Baisse am chinesischen Aktienmarkt auf dem Papier 4 Billionen Dollar vernichtet. Ein Jahr stiegen die Kurse um 150 Prozent, dann fielen sie ab Mitte Juni um ein Drittel. Dass die Regierung massiv ins Börsengeschehen eingegriffen hat, mit gigantischen Milliardenbeträgen Aktien gekauft und ein faktisches Verkaufsverbot von Aktien verhängt hat, nützt nichts: Eine Zombie-Börse, die künstlich am Leben gehalten wird und willenlos herumgeistert, kann nicht funktionieren, begreifen Chinas Anleger und verkaufen.

          Am Montag fielen in Schanghai die Kurse um über 8 Prozent. Die Kurse in Frankfurt zog es gleich mit hinunter. Stellt sich für die Weltwirtschaft derzeit doch vor allem eine Frage: Erlebt die bisher so überaus beeindruckende Wachstumsgeschichte der zweitgrößten Wirtschaft nur eine Delle oder ihr Ende?

          Die Antwort darauf könnte nicht zuletzt davon abhängen, welche Schlüsse China aus der Krise seiner interventionsgeschädigten Finanzmärkte zieht: Ob der Staat bereit ist, Kontrolle abzugeben und den Kräften der Wirtschaft zu vertrauen, selbst eine neue chinesische Erfolgsgeschichte zu schreiben. Derzeit sieht es aus, als fehle Peking der Mut.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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