https://www.faz.net/-gqe-8lc75

Kommentar : Brexit-Kompromisse

Großbritannien könnte nach dem Brexit seinen Arbeitsmarkt deutlich stärker abriegeln als bisher. Das will die EU nicht hinnehmen. Kompromisse dürften für beide Seiten schmerzhaft werden.

          1 Min.

          In Großbritannien ist es die dornigste Frage, die der Brexit aufwirft: Darf der polnische Handwerker, aber auch der deutsche Ingenieur nach dem EU-Austritt weiter auf der Insel arbeiten? Viele Briten wollen, dass die Regierung in London die Zuwanderung aus Kontinentaleuropa drastisch senkt.

          Der Brexit gibt dem Land nun die Möglichkeit, seinen Arbeitsmarkt stärker als bisher abzuschotten, so wirtschaftspolitisch fragwürdig das sein mag. Umgekehrt pochen die anderen EU-Staaten bisher darauf, dass es nicht sein könne, dass die Briten zwar weiterhin freie Bahn auf den europäischen Güter- und Finanzmärkten verlangten, zugleich aber ihren Arbeitsmarkt dichtmachten.

          Sie wollen den Briten keine Rosinenpickerei gestatten. Wer alle Vorteile des Binnenmarkts genießen wolle, der solle sich, wie alle anderen, an die Spielregeln halten. Die große Frage der bevorstehenden schwierigen Austrittsverhandlungen lautet deshalb:

          Wie viel Binnenmarktzugang gewährt die EU den Briten, und wie viel Offenheit am Arbeitsmarkt werden diese im Gegenzug gestatten? Klar ist bisher nur eins: Beiden Seiten wird der Brexit pragmatische, aber schmerzhafte Kompromisse abverlangen.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Weg mit der Mähne!

          Friseure öffnen Montag : Weg mit der Mähne!

          Von Montag an tut sich was auf den Köpfen: Dann gibt es endlich wieder einen frischen Schnitt und neue Farbe fürs Haar. Die Salons werden die Preise wohl nicht erhöhen. Eine Nachricht von Olaf Scholz dürfte die Friseure nicht erfreuen.

          Topmeldungen

          Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr, und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), bei einer Pressekonferenz im März 2020

          Kramp-Karrenbauer zum KSK : „Generalinspekteur Zorn hat Fehler gemacht“

          In der jüngsten Debatte über das KSK gesteht die Verteidigungsministerin Fehler ihres Generalinspekteurs ein. Der habe das Parlament nicht ausreichend informiert. Berichte über eine Ablösung von Kommandeur Kreitmayr weist sie als „Fake News“ zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.