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Kommentar : Brexit-Kompromisse

Großbritannien könnte nach dem Brexit seinen Arbeitsmarkt deutlich stärker abriegeln als bisher. Das will die EU nicht hinnehmen. Kompromisse dürften für beide Seiten schmerzhaft werden.

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          In Großbritannien ist es die dornigste Frage, die der Brexit aufwirft: Darf der polnische Handwerker, aber auch der deutsche Ingenieur nach dem EU-Austritt weiter auf der Insel arbeiten? Viele Briten wollen, dass die Regierung in London die Zuwanderung aus Kontinentaleuropa drastisch senkt.

          Der Brexit gibt dem Land nun die Möglichkeit, seinen Arbeitsmarkt stärker als bisher abzuschotten, so wirtschaftspolitisch fragwürdig das sein mag. Umgekehrt pochen die anderen EU-Staaten bisher darauf, dass es nicht sein könne, dass die Briten zwar weiterhin freie Bahn auf den europäischen Güter- und Finanzmärkten verlangten, zugleich aber ihren Arbeitsmarkt dichtmachten.

          Sie wollen den Briten keine Rosinenpickerei gestatten. Wer alle Vorteile des Binnenmarkts genießen wolle, der solle sich, wie alle anderen, an die Spielregeln halten. Die große Frage der bevorstehenden schwierigen Austrittsverhandlungen lautet deshalb:

          Wie viel Binnenmarktzugang gewährt die EU den Briten, und wie viel Offenheit am Arbeitsmarkt werden diese im Gegenzug gestatten? Klar ist bisher nur eins: Beiden Seiten wird der Brexit pragmatische, aber schmerzhafte Kompromisse abverlangen.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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