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Kommentar : Bosch unter dem Schleier

Natürlich ist der Diesel-Skandal in erster Linie ein Skandal der Autohersteller. Aber das Werkzeug kam praktisch immer von Bosch. Das Unternehmen wird noch viel Lehrgeld zahlen müssen.

          Das klingt modern. Alles soll transparent werden: was entwickelt wird und wie es wirkt müsse man offenlegen, fordert Bosch-Chef Volkmar Denner. Es ist eine Forderung an die ganze Autoindustrie in der Erwartung, dass nur durch solche Transparenz wieder das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden kann, das durch die unendliche Zahl an Enttäuschungen im Diesel-Skandal erschüttert wurde.

          Aber natürlich muss Bosch sich an diesem Anspruch zuerst selbst messen lassen. Bisher ist es damit nicht weit her. Bosch ist zwar sehr auskunftsfreudig geworden, was die vernetzte Welt der Zukunft angeht, aber das ist eben doch eher Marketing. Über die Bewältigung etwaiger Altlasten dagegen schweigt man sich immer noch gern aus.

          Natürlich ist der Diesel-Skandal in erster Linie ein Skandal der Autohersteller, die ihre Kunden übers Ohr gehauen haben. Aber die Software dafür, das Werkzeug also, kam praktisch immer von Bosch, und welches Ausmaß an Schuld damit verbunden ist, lässt sich von außen nicht so einfach einschätzen.

          Bisher hat Bosch wenig dazu beigetragen, den Schleier zu lüften. Die Forderung nach Transparenz aber nur auf die Zukunft zu beziehen, ist wohlfeil. Bosch wird wohl noch viel Lehrgeld zahlen müssen, bis der Konzern wirklich als transparent und damit grundsätzlich als vertrauenswürdig wahrgenommen wird.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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