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Großbankenfusion : Klare Botschaft an Berlin

Wer aus diesen beiden unbedingt eins machen will, muss auch Verantwortung für negative Folgen übernehmen. Bild: AFP

Es gibt viele Gründe, einem Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank skeptisch bis ablehnend gegenüberzustehen. Das Finanzministerium aber drängt auf eine Fusion – und muss sich deswegen auch seiner Verantwortung stellen.

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          Wer auf die jüngere Geschichte der deutschen Großbanken blickt, kann der Deutschen Bank und der Commerzbank einen Zusammenschluss nicht empfehlen. Denn im Unterschied zu Fusionen in anderen europäischen Ländern sind die in Deutschland unternommenen Versuche oft nicht besonders gut ausgegangen. Es wurde zwar viel Personal abgebaut, aber keine im internationalen Vergleich annehmbare Rentabilität erreicht.

          Es gibt viele Gründe, einem Zusammenschluss skeptisch bis ablehnend gegenüberzustehen. Er kann betriebswirtschaftlich vermutlich nur dann eine Erfolgsgeschichte werden, wenn Stellen in erheblichem Maß abgebaut werden. Bedroht wären nach Schätzungen etwa 30.000 Arbeitsplätze in den Frankfurter Bürotürmen ebenso wie in den Filialnetzen, in denen so manche Niederlassung überflüssig würde. Sehr kritisch muss auch die Rolle des Staates gesehen werden, der hinter den Kulissen auf den Zusammenschluss dringt und überdies an der Commerzbank mit 15 Prozent beteiligt ist. Die Deutsche Bank kann kein Interesse daran haben, über eine Fusion mit der Commerzbank den Staat als Eigentümer zu erhalten. Wahr ist auch, dass eine an Geschäften große, an Gewinnen aber kleine Bank das Leben erblickte, die in einer Krise möglicherweise auf Staatshilfe angewiesen wäre.

          Ein Zusammenschluss, so er betriebswirtschaftlich sinnvoll betrieben würde, besäße aber auch eine Logik. Es ist nicht sicher, dass die Deutsche Bank unter ihrem energischen Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing genügend Zeit hat, um aus jenem tiefen Loch wieder herauszukommen, in das sie von Sewings Vorgängern geführt wurde. In Zeiten sehr niedriger Zinsen und einer nachlassenden Konjunktur verschlechtern sich die Rahmenbedingungen für die im internationalen Vergleich schwachen deutschen Großbanken. Gleichwohl setzt Sewing die Hürden hoch. Die Deutsche Bank will einer Fusion nur dann zustimmen, wenn sie aus wirtschaftlicher Sicht einen Sinn ergibt. Das ist eine klare Botschaft an die Regierung: Wenn Berlin die Banken zu einer Fusion bewegen will, muss das sozialdemokratisch geführte Finanzministerium auch bereit sein, zumindest eine Mitverantwortung für den Stellenabbau zu übernehmen. Die Berliner Bankpolitik besitzt auch für Berlin eine Passivseite.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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