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Kommentar : Berater für die Truppe

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit ihrer früheren Staatssekretärin Katrin Suder (l) bei deren Verabschiedung im vergangenen Mai. Bild: dpa

In der Berater-Affäre im Verteidigungsministerium ducken sich viele Beratungsunternehmen auffällig weg. Auch die Ministerin und ihre frühere Staatssekretärin haben sich ungeschickt verhalten.

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          Die Berater-Affäre im Verteidigungsministerium wird bald von einem Untersuchungsausschuss aufgeklärt. Ursula von der Leyen ist in die Sache hineingestolpert. Ursprünglich war die Opposition gar nicht so brennend darauf aus. Doch spätestens als ihre frühere Rüstungsstaatsekretärin Katrin Suder Fragen der Abgeordneten nur schriftlich beantworten wollte, war die Sache klar: Das lässt sich der Verteidigungsausschuss nicht gefallen, er kann sich als einziger Ausschuss von selbst in einen Untersuchungsausschuss umwandeln – dann wird Suder einfach vorgeladen.

          Die frühere McKinsey-Beraterin gilt als Schlüsselfigur der Affäre. Dabei ist überhaupt noch nicht klar, ob sie sich etwas zu Schulden hat kommen lassen. Sie wollte im Beschaffungswesen der Bundeswehr wegen der desolaten Ausrüstung wohl hart durchgreifen. Das hat ihr innerhalb des Ministeriums sicher auch viele Feinde gemacht.

          Dass bald ein Ausschuss Licht ins Dunkel bringt, ist gut. Die Berater und Beamten sollten jetzt die Karten offen auf den Tisch legen. Aus Angst in die Schlagzeilen zu geraten, ducken sich derzeit Beratungsunternehmen wie McKinsey und Accenture auffällig weg. Jeder spielt seine Rolle als Berater herunter. Im eigenen Interesse sollten sie der Öffentlichkeit ihr Tun aber besser erklären. Denn ohne externen Sachverstand ist die Reform des Bundeswehr-Apparats wohl nicht zu stemmen.

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