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Urteil zu Honoraren : Den Architekten droht eine scharfe Auslese

Ein Baustellenschild steht vor einem mit Holzbalken abgestützten Fachwerkhaus. Bild: dpa

Mindest- und Höchstpreise für Architekten gibt es künftig nicht mehr. Das ist gut für Bauherren – und schlecht für so manchen Architekten.

          Für die deutschen Architekten bricht eine neue Ära an: Der Europäische Gerichtshof hat die Mindest- und Höchstpreisvorgaben in der Honorarordnung gekippt. Das heißt, dass jetzt auch dieser Berufsstand dem Preiswettbewerb ausgesetzt wird. Die Honorare, die für planerische Leistungen gefordert werden, können demnach unterboten werden.

          Das war bisher ausgeschlossen worden wegen der – durch die Standesvertreter genährten – Befürchtung, dass ein scharfer Preiswettbewerb die Qualität beeinträchtigen könnte. Pfusch am Bau hat diese Regelung aber nicht verhindert, wovon zahlreiche Gerichtsverfahren zeugen. Für Bauherrn jedenfalls ist der Wegfall der Mindestpreise eine gute Nachricht, da das Häuschen jetzt billiger werden könnte.

          Für so manche Architekten ist es dagegen keine gute Nachricht: Ihre Existenz könnte bedroht sein. Das gilt vor allem für die vielen freischaffenden Architekten in kleinen Büros, die im Wettbewerb mit großen, gut organisierten Unternehmen zurückfallen dürften. Der Ausleseprozess in einer ohnehin überbesetzten Branche dürfte erheblich schärfer werden.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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