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Kommentar : Arbeit für Flüchtlinge

  • -Aktualisiert am

Ein Asylbewerber als Lehrling: Die Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge schreitet noch zu langsam voran. Bild: dpa

Die Fortschritte bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sind bescheiden. Dabei fördert nichts das Einleben in eine Gesellschaft so sehr wie ein Arbeitsplatz.

          Die Integration der vielen hier lebenden Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt ist Union und SPD kein Thema mehr, obwohl die Fortschritte bescheiden sind. Heftig streiten die potentiellen Koalitionäre bloß darüber, wie man den Zustrom künftig drosselt.

          Doch nichts fördert das Einleben in eine Gesellschaft und das Annehmen ihrer geschriebenen und ungeschriebenen Regeln so sehr wie ein Arbeitsplatz. Das Tempo, in dem die Migranten aus den Haupt-Asylländern zu Beschäftigten werden, ist dafür weiterhin viel zu gering. Umso mehr, wenn man bedenkt, welchen Aufwand die Behörden mit Sprach- und Fortbildungskursen treiben und wie stark die Nachfrage selbst nach ungelernten Arbeitskräften ist. Als Haupthindernis nennt Arbeitsagenturchef Scheele schlechte Sprachkenntnisse. Nur die Hälfte der Flüchtlinge schließe den Integrationskurs „erfolgreich“ ab, viele davon aber ohne schriftliche Sprachprüfung.

          Der Befund erstaunt. Gelten in einem Hochtechnologieland Kurse ohne Schriftsprache als „erfolgreich“ absolviert, läuft etwas falsch. Offenbar sind die staatlichen Ansprüche an die Eingliederungsbemühungen der Flüchtlinge zu gering. Auch dieses Thema gehört auf den Tisch der Sondierer.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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