https://www.faz.net/-gqe-9js6p
Carsten Knop

Apple-Kommentar : Apple hat mit den Verlagen nichts Gutes vor

  • -Aktualisiert am

Will mit Nachrichten handeln: Apple Bild: dpa

Mit einer „App“ für Nachrichten will der Apple-Konzern zwischen Verlage und Leser rücken und dafür Geld nehmen. Das kann kaum fair sein.

          1 Min.

          Manchmal genügt ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte. Aus der Schule kennt man den Blick auf das „Verlagssystem“: Eine Organisationsform dezentraler Produktion, die zur Ausbeutung geführt hat. Meist waren es Textilien, die von den „Verlegten“ in Heimarbeit hergestellt und vom Verleger zentral vermarktet wurden.

          Jetzt schicken sich Plattformanbieter wie Apple an, die neuen Verleger der ganz alten Schule zu werden – und moderne Unternehmen, die heute Verlage heißen, stehen in Gefahr, sich zu den Verlegten von einst zu wandeln. Derzeit verhandelt Apple, zunächst mit amerikanischen Verlagen, über ein Abo-Angebot für Texte.

          Berichten zufolge verlangt Apple in diesen Gesprächen, einen Erlösanteil von rund 50 Prozent für sich behalten zu wollen. Das wäre skandalös, denn bisher war ein Wert von 30 Prozent üblich. Schlimmer aber noch: Apple schiebt sich zwischen Verlag und Leser. Alle Daten über die Kunden liegen bei Apple. Verlage werden Contentlieferanten, Verlegte eben. Reichweite hin oder her; das ist unfair.

          Wenn Apple der Branche helfen, vor allem aber seinen Nutzern ein nachhaltig hochwertiges Angebot machen will, wäre ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte sinnvoll.

          Weitere Themen

          Dax steigt auf Rekordhoch Video-Seite öffnen

          Trotz Corona : Dax steigt auf Rekordhoch

          Der Höhenflug an den Aktienmärkten hält an. Befeuert von soliden Firmenbilanzen stieg der Dax bis zum Freitagnachmittag um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.431,09 Punkten.

          Topmeldungen

          Sieht sich als Volkstribun: Markus Söder (CSU, l.), hier am 11. April mit Armin Laschet (CDU) in Berlin

          Söders Ambitionen : Die Zerstörung der CDU?

          Macron in Frankreich, Kurz in Österreich und Trump in Amerika haben vorgemacht, wie man jenseits der etablierten Parteistrukturen an die Macht kommt. Manches spricht dafür, dass Bayerns Ministerpräsident etwas Ähnliches vor hat.
          Der französische Präsident Emmanuel Macron am 17. März bei einem Krankenhausbesuch am Stadtrand von Paris

          Öffnungen in Frankreich : Macron kümmert sich nicht um Inzidenzwerte

          Frankreich arbeitet an einem abgestuften Öffnungsplan nach britischem Vorbild – trotz hoher Infektions- und Todeszahlen. Inzidenzen oder die Auslastung der Intensivstationen sollen bei den Lockerungen keine Rolle spielen.
          Bill McDermott war bei SAP ein jahrelang ein Erfolgsgarant.

          Servicenow-Chef McDermott : „Ich vermisse Hasso“

          Bill McDermott ist gut drauf. Nach dem Aus bei SAP führt er nun Servicenow. Ein Gespräch über den Kampf gegen Corona, seine Pläne, Ziele und ein Elvis-Bild.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.