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Apple-Kommentar : Apple hat mit den Verlagen nichts Gutes vor

  • -Aktualisiert am

Will mit Nachrichten handeln: Apple Bild: dpa

Mit einer „App“ für Nachrichten will der Apple-Konzern zwischen Verlage und Leser rücken und dafür Geld nehmen. Das kann kaum fair sein.

          Manchmal genügt ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte. Aus der Schule kennt man den Blick auf das „Verlagssystem“: Eine Organisationsform dezentraler Produktion, die zur Ausbeutung geführt hat. Meist waren es Textilien, die von den „Verlegten“ in Heimarbeit hergestellt und vom Verleger zentral vermarktet wurden.

          Jetzt schicken sich Plattformanbieter wie Apple an, die neuen Verleger der ganz alten Schule zu werden – und moderne Unternehmen, die heute Verlage heißen, stehen in Gefahr, sich zu den Verlegten von einst zu wandeln. Derzeit verhandelt Apple, zunächst mit amerikanischen Verlagen, über ein Abo-Angebot für Texte.

          Berichten zufolge verlangt Apple in diesen Gesprächen, einen Erlösanteil von rund 50 Prozent für sich behalten zu wollen. Das wäre skandalös, denn bisher war ein Wert von 30 Prozent üblich. Schlimmer aber noch: Apple schiebt sich zwischen Verlag und Leser. Alle Daten über die Kunden liegen bei Apple. Verlage werden Contentlieferanten, Verlegte eben. Reichweite hin oder her; das ist unfair.

          Wenn Apple der Branche helfen, vor allem aber seinen Nutzern ein nachhaltig hochwertiges Angebot machen will, wäre ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte sinnvoll.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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