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Kommentar : Angst vor dem Brexit

Am 23. Juni dürfen die Briten entscheiden, ob das Land in der EU verbleiben soll. Warum das demokratietheoretisch gut, für Deutschland aber höchst unangenehm ist.

          Am 23. Juni stimmen die Briten darüber ab, ob sie die Europäische Union verlassen wollen. Sie bekommen die Gelegenheit, ihren Unmut über die europäischen Zentralisierungsbestrebungen Ausdruck zu verleihen, was demokratietheoretisch zu begrüßen, praktisch aber höchst unangenehm ist, nicht zuletzt für Deutschland.

          Man will, dass die Briten bleiben, damit die EU nicht so wird, wie die Brexitfreunde sie jetzt schon überzeichnend darstellen. Doch dies laut zu fordern könnte kontraproduktiv sein. Denn die aktuelle politische Großwetterlage in fast allen Industrienationen ist von einem sich ballenden Unmut und einem Bedürfnis bestimmt, den politischen und wirtschaftlichen Eliten einen Denkzettel zu verpassen.

          Das macht die Reise des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in dieser Woche nach Großbritannien zu einem besonderen Balance-Akt. Er will genauso wie die Führung des Internationalen Währungsfonds, dass die Briten in der Europäischen Union bleiben. Obama fürchtet, dass der Brexit eine zusätzliche Fragmentierung Europas beflügeln könnte, der Währungsfonds fürchtet Schocks für die Weltwirtschaft. Wie bringt man das den Briten bei?

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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