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Kommentar : Am Quotenpranger

  • -Aktualisiert am

Nicht genügend Frauen in der Unternehmensführung? Der Justizminister und die Familienministerin packen die Firmen jetzt bei der Ehre. Aber es gibt nicht immer die passenden Frauen.

          Der Justizminister und die Familienministerin packen die Unternehmen jetzt bei der Ehre. Nur wer „geistig im vergangenen Jahrhundert“ steckengeblieben sei, glaube, es gebe nicht genug geeignete Frauen, um die neue Quote für Aufsichtsräte zu erfüllen, sagt Heiko Maas. Manuela Schwesig mahnt, es gehöre zum „Einmaleins des Managements“, strategische Ziele zu setzen.

          Doch in ihrem Eifer, sich als Urheber eines deutschen Frauenwunders in den Aufsichtsratsetagen zu feiern, übersehen die beiden Sozialdemokraten: Die Quote ist kein Rechenexempel. Schon am normalen Arbeitsmarkt gibt es trotz vieler offener Stellen Millionen Arbeitslose, die darauf nicht passen. Für Spitzenposten, die über Wohl und Wehe eines Unternehmens entscheiden, gilt Gleiches. Nicht jede hochqualifizierte Frau passt auf die nun per Gesetz geöffneten Stellen.

          Niemandem ist geholfen, wenn Unternehmen, bloß um den Quotenpranger zu vermeiden, die Lücken irgendwie füllen. Und Schwesig sei gesagt, dass es einen Unterschied macht, ob der Staat die Ziele privater Unternehmen diktiert oder der Wettbewerb. Die Unternehmen werden sich auch mit der Quote arrangieren, ein unnötiger Störfaktor bleibt sie gleichwohl.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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