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Altmaier in Peking : Charmeoffensive

  • -Aktualisiert am

Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Peking Bild: AFP

Wirtschaftsminister Altmaier lobt China, doch Deutschland sollte nicht naiv sein: Das Land ist ein Meister darin, seinen Einfluss in der Welt auszuweiten – gerne auf Kosten anderer.

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          Der Seidenstraßen-Gipfel in Peking ist ein Lehrstück in internationaler Diplomatie. Sowohl Chinas Staatspräsident Xi Jinping als auch die Vertreter westlicher Staaten bemühten sich sichtlich, das angespannte Verhältnis nicht noch mehr zu belasten. Xi versprach, das Land weiter zu öffnen und westliche Standards einzuhalten.

          Wirtschaftsminister Peter Altmaier lobte den Aufstieg Chinas und nannte Xis Ankündigungen beeindruckend. Man könnte diese Charmeoffensive bejubeln – wenn es nicht schon so viele Absichtserklärungen dieser Art gegeben hätte. IWF-Chefin Christine Lagarde und ihren mahnenden Worten zur wachsenden Verschuldung ist es zu verdanken, dass der Gipfeltag nicht vollends in gegenseitigen Wertschätzungen dahinplätscherte. Deutschland sollte nicht naiv sein. China ist ein Meister darin, seinen Einfluss in der Welt auszuweiten, gerne auf Kosten anderer.

          Seine Unternehmen investieren nie allein nach wirtschaftlichen Kriterien, dazu ist zu viel Staatsgeld im Spiel. Wenn Europa sich dem nicht geschlossen entgegen stemmt, müssen es die einzelnen Länder tun. Es ist wie in jeder Beziehung: Ehrliche Worte sind besser als Schmeicheleien, denen keiner so recht glauben mag.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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