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Kommentar : Abschied vom Euro

  • -Aktualisiert am

Sieben von zehn Griechen stimmten für radikale Parteien, um zu erzwingen, dass das Land dauerhaft vom „reichen“ Norden Stütze bekommt. Geht die Gemeinschaft darauf ein, wird sie zerbrechen.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel stürze Griechenland mit ihrer Sparpolitik ins Chaos, meint Sigmar Gabriel. Man muss wohl Chef der SPD sein, um die Welt so verquer zu sehen. Mit schräger Geschichtsschreibung will er wohl vergessen machen, wie sein Parteigenosse Schröder als Kanzler die Griechen nach Euroland gelotst und damit das Schuldenmachen erleichtert hat. Wenn Gabriel noch mehr Solidarität oder gar einen Marshallplan für Hellas fordert, unterschlägt er, dass die Hilfe für Athen schon viel höher ist als beim historischen Vorbild.

          Abschied zum Wohle aller

          Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten die Empfängerländer Hilfe in Höhe von 2,1 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts. Hellas bekam schon 177 Prozent des BIP oder 380 Milliarden oder 33.600 Euro für jeden Griechen. Selbst nach Streichung aller Schulden könnten die Griechen ihre laufenden Ausgaben nicht allein bestreiten. Sie müssten dauerhaft vom „reichen“ Norden Stütze bekommen, solange sie nicht weniger Geld ausgeben. Sieben von zehn Griechen stimmten für radikale Parteien, um das zu erzwingen. Geht die Gemeinschaft darauf ein, wird sie zerbrechen. Besser, sie nähmen Abschied vom Euro, zum Wohle aller - auch der Griechen.

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