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Koffein : Fragen Sie Ron Sommer

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T-Mobil will die SMS-Preise heben. Die Medien reagieren - mit Protestreimen und Fakten, Kommentaren und Anstiftungen.

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          „Simsalabim“, versucht der „Berliner Kurier“ schon in der Überschrift einen Scherz, „Simsalabim, bei SMS langt die Telekom hin“. Gerade hat das Unternehmen angekündigt, ab Februar die Gebühren für den beliebten SMS-Versand unabhängig von den Tarifzeiten zu vereinheitlichen und teils deutlich zu erhöhen. Eine Welle der Empörung.

          Zur Zeit hat nur die Telekom-Tochter T-Mobil eine Preiserhöhung angekündigt. Auch wenn zu befürchten steht, dass andere Mobilfunk-Anbieter nachziehen werden: Gegenwärtig würde ein Wechsel des Anbieters reichen, um der Verteuerung zu entgehen. Das empfiehlt offenbar der "Berliner Kurier", denn er erläutert detailliert, wie man der Telekom kündigt: Unterschrift und Datum nicht vergessen, am besten per Einschreiben. Und nicht vergessen, die Einzugsermächtigung auch gleich zu widerrufen.

          Beschwerdebrief zum Ausschneiden

          Auch der "Kölner Express" schlägt vor, der Telekom zu schreiben - allerdings einen Protestbrief, gleich an Ron Sommer, den Vorstandvorsitzenden. "Ich habe das Gefühl, dass ich als kleiner Kunde abgezockt werde", heißt es in dem Textvorschlag. Herr Sommer möge noch mal darüber nachdenken, ob er eine so kleine Nachricht wirklich bald so viel teurer machen will. Hier reicht es, die Beschwerde einfach auszuschneiden und abzuschicken.

          Wie sich die "Simser" ärgern, dokumentiert der "Express" ebenfalls ausführlich: Die Leute seien erst "abhängig gemacht" worden, ärgert sich eine 32-Jährige. "Betrug am Kunden" nennt es ein junge Mann, "Frechheit"", "Unverschämtheit", "Dreistigkeit", empören sich die SMS-Kunden.

          Hellsichtige Sprachforscher

          Ganz dicke kommt es bei "Focus". Das "moderne Nachrichtenmagazin" hat die Kurznachrichten sogar zum Titelthema gemacht, Handy-Empfehlungen und Tarifvergleiche aufgefahren, Statistiken in Infografiken veranschaulicht und Sprachforscher gefunden, die sich mit der beim Simsen verwendeten Sprache beschäftigen.

          Angeblich existierende Geheimcodes, eine "Hochgeschwindigkeitsspache" gar, die von Insidern verwendet würden, ließen sich durch keine Studie belegen. Üblich sei ein einfaches Hin-und-Her per SMS, man habe aber auch schon bis zu 14-schrittige "Gespräche" belegen können. Die Sprache sei zwar äußerst reduziert, aber - zum guten Schluss die gute Nachricht: Wir müssen nicht befürchten, dass unsere Sprache durch dieses Medium verarmt. "Im Gegenteil", freut sich der Soziolinguist Jannis Androutsopoulos, "Informationsbündelung und Sprachspielereien stehen für einen schöpferischen Umgang mit dem Medium".

          Und zu allerletzt aus dem Focus-Servicekasten noch der SMS-Blumengruß mit einer Rose, zum Ausschneiden und Abschicken: @->->-

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