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Nach Amtsübernahme : König Charles III. kündigt zahlreichen Angestellten

König Charles III. verlässt am Mittwoch seine bisherige Residenz Clarence House. Bild: AFP

Weil der frühere Kronprinz seine alte Residenz aufgibt, haben wohl bis zu 100 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten. Unmut gibt es auch über die Tatsache, dass der neue König keine Erbschaftssteuer bezahlen muss.

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          Großbritannien befindet sich im Ausnahmezustand. An diesem Mittwoch ist die verstorbene Königin Elizabeth II. in der Westminster Hall in London öffentlich aufgebahrt worden, und viele Tausende Trauernde standen schon lange vorher Schlange, um sie noch ein letztes Mal zu sehen. Am Nachmittag waren unter anderem König Charles III. und seine Söhne William und Harry hinter dem Sarg gegangen, als er vom Buckingham Palast zum Westminster-Palast transportiert wurde, umsäumt von Menschenmengen entlang der Straße.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Derweil gibt es aber auch Missstimmung im königlichen Haushalt. Wie die Zeitung „Guardian“ berichtete, wurde Dutzenden Angestellten des neuen Königs in seiner alten Residenz Clarence House gekündigt. Clarence House an der Straße The Mall in London war bislang die offizielle Residenz des Kronprinzen. Bis zu 100 Angestellte sollen Anfang dieser Woche Schreiben über eine mögliche Entlassung erhalten haben, da Charles‘ Büros nun in den Buckingham Palast umziehen. Clarence House wird geschlossen.

          Der Privatsekretär des Königs versicherte den verunsicherten Angestellten, dass man ihnen alle mögliche Hilfe für den Übergang gebe. Die engen persönlichen Mitarbeiter nehmen König und Königin mit. Es ist noch nicht bestätigt, dass sie künftig im Buckingham Palast leben werden. Die Meldung des „Guardian“ war so formuliert, dass sie den neuen König als herzlos erscheinen lassen sollte.

          Auch das Thema Erbschaft und Erbschaftsteuer bewegt einen Teil der Briten, vor allem jene, die der Monarchie distanziert gegenüberstehen. Charles III. muss nach einer in den frühen neunziger Jahren getroffenen Regelung keine Erbschaftsteuer auf das zahlen, was ihm seine Mutter vermacht. Dies machte die damalige Regierung von John Major im Jahr 1993 mit der Krone aus.

          Wie viel die Queen vererbt, ist nicht bekannt

          Das Finanzministerium schrieb damals: „Der Grund dafür, dass keine Steuer auf die Werte erhoben wird, die an den nächsten Souverän übergehen, liegt darin, dass private Vermögenswerte wie (die Schlösser) Sandringham und Balmoral sowohl für offizielle als auch private Zwecke benutzt werden und dass die Monarchie als Institution genügend private Ressourcen braucht, um ihr zu ermöglichen, ihre traditionelle Rolle im nationalen Leben zu erfüllen und einen Grad an finanzieller Unabhängigkeit von der jeweiligen Regierung zu besitzen.“

          Wie viel Vermögen Queen Elizabeth II. ihrer Familie vermacht, ist nicht bekannt. Ihr Testament wird nicht veröffentlicht. Ihr Vermögen dürfte aber kleiner sein, als viele vermuten. Früher hieß es gelegentlich, Elizabeth II. sei eine der reichsten Frauen des Landes, doch beruhte dies auf dem Irrtum, die Vermögenswerte der Krone ihr persönlich zuzuschreiben, die aber nur quasi treuhänderisch von der Krone gehalten werden.

          Vor einigen Jahren taxierte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg das persönliche Vermögen der Queen auf 277 Millionen Pfund, in der Reichenliste der „Times“ tauchte sie im Jahr 2015 mit einem geschätzten Vermögen von 340 Millionen Pfund auf. Laut Bloomberg-Schätzung besaß Queen Elizabeth knapp 50 Millionen Pfund in Investments, etwas über 100 Millionen Pfund aus dem Erbe ihrer Mutter, zusätzlich die Briefmarkensammlung ihres Großvaters George V., die damals auf 48 Millionen Pfund geschätzt wurde. Ihr Gestüt in Sandringham soll 6,5 Millionen Pfund wert gewesen sein.

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