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Dürren als größte Gefahr : So hart trifft die Klimakatastrophe die Asien-Pazifik-Region

Frauen arbeiten auf einem Reisfeld in Myanmar. Bild: dpa

Katastrophen werden intensiver, häufiger und komplexer. Die Vereinten Nationen warnen vor wirtschaftlichen Auswirkungen. Neue Technik aber hilft, um Schlimmeres zu verhindern.

          2 Min.

          Die Vereinten Nationen warnen eindringlich vor den deutlich steigenden Kosten, die Katastrophen in der Region Asien-Pazifik hervorrufen werden. Ihre Zahl und Dramatik werde durch die Erderwärmung schnell steigen. Klimawandel und Umweltverschmutzung führten dazu, dass bisherige Muster an Geltung verloren hätten: Katastrophen würden „intensiver, häufiger vorkommen und komplexer. Es ist jetzt schwieriger auszumachen, welche Region sich auf welche Art von Katastrophe vorbereiten sollte“, heißt es bei der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (Escap). Die wirtschaftlichen Verluste durch Desaster hätte sich gegenüber früheren Schätzungen auf 675 Milliarden Dollar vervierfacht. Das entspricht in etwa der jährlichen Wirtschaftsleistung der Schweiz und 2,4 Prozent derjenigen der Region.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          „Asien-Pazifik steht vor der neuen Wirklichkeit des Klimawandels: Die wirtschaftlichen Verluste steigen. Dabei trifft eine hohe Verletzlichkeit für Dürren auf einen niedrigen Entwicklungsstand.“ Im vergangenen Jahr trugen sich knapp die Hälfte der weltweit 281 Naturkatastrophen in der Region Asien-Pazifik zu, einschließlich acht der zehn tödlichsten. Im Durchschnitt waren davon seit 1970 rund 142 Millionen Menschen betroffen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt seien die wirtschaftlichen Verluste durch Katastrophen in Asien-Pazifik seit 1980 von 0,1 Prozent auf nun 0,3 Prozent angestiegen, während sie im Rest der Welt in Prozenten gemessen bislang stabil geblieben seien.

          „Perfekter Sturm“

          An den jährlichen Verlusten von 675 Milliarden Dollar haben Dürren mit rund 60 Prozent den größten Anteil, berechnet Escap. Überschwemmungen liegen dagegen bei rund 13 Prozent, genauso wie die wachsende Zahl der Tropenstürme, kaum weniger als Erdbeben. Die ökologische Fragilität gepaart mit Armut und Ungleichheit führten zu vier Gebieten der Region, die die Vereinten Nationen als besonders gefährdet für einen „perfekten Sturm“ betrachteten: Entlang der grenzüberschreitenden Flüsse Südasiens, im „Feuerring“, dem Erdbebengebiet Südostasiens, auf den Pazifikinseln und in den Wüstengebieten von Afghanistan über Indien bis Australien.

          „Das wachsende Katastrophenrisiko verlangsamt der Abbau von Armut“, warnen die Forscher. „Wird das Risiko, einer Klimakatastrophe ausgesetzt zu sein, um einen Prozentpunkt gesteigert, wächst die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren um 0,3 Prozentpunkte, und die Ausbildungsrate sinkt um 0,26 Prozentpunkte.“ Was sich relativ wenig anhört, werde Auswirkungen auf den Abbau von Armut über Generationen hinweg haben.

          Vorbeugen lohnt sich auch finanziell

          Investitionen in einen verstärkten Katastrophenschutz rechneten sich: Während die durchschnittlich jährlichen Schäden etwa in Indien bei mehr als 100 Milliarden Dollar lägen, seien zum Schutz Investitionen von rund 80 Milliarden Dollar nötig. Auf den Philippinen läge die durchschnittliche Schadenssumme bei rund 20 Milliarden Dollar, ein wirksamer Schutz sei für etwa die Hälfte zu haben.

          Wichtig dabei seien auch neue Technologien: Die Verarbeitung riesiger Datenmengen („Big Data“) erlaube beispielsweise bessere Simulationen und eine genauere Überwachung mit Satelliten, was zu wesentlich geringeren Opferzahlen führe. Zugleich hätte Risiko-Kommunen dank technischer Innovationen größere Chancen, sich an die „neue Klima-Wirklichkeit“ anzupassen.

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