https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klimavorgaben-fiats-deal-mit-tesla-erinnert-an-ablasshandel-16131223.html

Fiat trickst mit Tesla : Moderner Ablasshandel

  • -Aktualisiert am

Fiat-Chrysler verkauft weiter Verbrennungsmotoren und wandelt sich kaum. Für die Klimavorgaben bezahlt es Tesla. Langfristig kann diese Strategie nicht gut gehen.

          1 Min.

          Es wirkt absurd, dass sich Autohersteller verbünden können, um die Klimavorgaben der Europäischen Union gemeinsam zu erreichen. Weil sich der amerikanische Autokonzern Fiat-Chrysler und der Elektroautohersteller Tesla nun just auf diese Weise zusammenschließen, stellt sich die Frage, ob dadurch nicht das höhere Ziel untergraben wird: dass alle neuzugelassenen Autos in der EU vom Jahr 2021 an im Durchschnitt 95 Gramm maximal je Kilometer ausstoßen dürfen. Das Vorgehen erinnert an einen Ablasshandel.

          Fiat-Chrysler wirtschaftet weiter wie bisher, baut und verkauft Verbrennungsmotoren und wandelt sich kaum. Dafür zahlt das Unternehmen Geld an Tesla. Doch genau darin liegt der Charme des sogenannten CO2-Poolings. Denn so entsteht eine Art Markt für Klimaschutz. „Schmutzige“ Autohersteller wie Fiat-Chrysler können sich nun entscheiden, ob sie Millionenstrafen an die EU zahlen oder das Geld an Tesla fließt.

          Allerdings darf Fiat-Chrysler dabei eines nicht aus dem Blick verlieren. Das Unternehmen begibt sich in große Abhängigkeit und in Konkurrenz zu anderen. Tesla wird sich mit dem verbünden, der am meisten zahlt. Gerade deshalb muss Fiat-Chrysler selbst eigene Elektroautos entwickeln. Das Pooling kauft dem Unternehmen Zeit, vom Wandel zur Elektromobilität entbindet es nicht.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Nur Fliegen ist blöder

          Chaos und kein Ende : Nur Fliegen ist blöder

          Flugstreichungen, endlose Warteschlangen, Koffer weg – der Ärger mit dem Fliegen ist derzeit groß. Verbesserungen sind nicht in Sicht. Eine Empörung.

          Topmeldungen

          Allein die Lufthansa hat 4000 Flüge gestrichen.

          Chaos und kein Ende : Nur Fliegen ist blöder

          Flugstreichungen, endlose Warteschlangen, Koffer weg – der Ärger mit dem Fliegen ist derzeit groß. Verbesserungen sind nicht in Sicht. Eine Empörung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.