https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klimaschutz-nasse-moore-speichern-viele-treibhausgase-18240423.html

Klimaschutz : Es werde Moor

Mehr Wasser, weniger Ertrag: Im Rhinluch in Brandenburg werden neue Ideen für die Bewirtschaftung nasser Moorböden erprobt. Bild: Julia Zimmermann

Die deutschen Moore könnten riesige Mengen Treibhausgase speichern – wenn man sie wieder unter Wasser setzt. Dann können dort aber keine Kühe mehr weiden. Wovon sollen die Bauern künftig leben?

          7 Min.

          „Hier findet typische Bewirtschaftung statt: Die Umsetzung von Gras in Proteine“, sagt Jens Winter. Wir stehen am Rande einer Wiese, darauf Kühe mit Kälbern. Ringsum flaches, weites Grünland. Typisch für das Rhinluch, die zweitgrößte Moorlandschaft Brandenburgs. „Luch“ ist die traditionelle örtliche Bezeichnung für ausgedehnte vermoorte Niederungen. Durch das Gebiet fließt der Rhin, der im Westen in die Havel mündet. Die Kühe fressen, käuen wieder, ruhen. Umsetzung von Gras in Proteine. Ein friedliches Bild.

          Katja Gelinsky
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin

          „Aber können wir uns diese Form der Moornutzung als Gesellschaft noch leisten?“ Anje Marten blickt nachdenklich zu den grasenden Eiweißproduzenten. Die Tiere gehören zur Rhinmilch Agrargesellschaft. Jens Winter ist Prokurist der Muttergesellschaft. Rund 80 Mitarbeiter hat der Rhinmilchverbund mit Sitz in Fehrbellin im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Die Geschäftsfelder: Milchproduktion und Mutterkuhhaltung, traditioneller und ökologischer Ackerbau sowie Energieproduktion – Biogas und Photovoltaik. Winter, 60 Jahre alt, hat fast sein ganzes Berufsleben in der Landwirtschaft im Rhinluch gearbeitet. Anje Marten, 45 Jahre alt, ist erst seit Kurzem vor Ort. Seit April leitet die Wasserbauingenieurin vom Landesamt für Umwelt im Rhinluch ein Moorprojekt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Russlands Präsident Wladimir Putin verliert an Rückhalt.

          Fachmann im Interview : „Er sagt sich: Wer braucht eine Welt ohne Putin?“

          Die wichtigste Methode Putins war bisher die Demobilisierung des eigenen Volks. Jetzt setzt er auf Mobilisierung. „Das ist ein absolut neues Experiment“, sagt der Moskauer Sozialwissenschaftler Grigorij Judin im Interview.

          Sabotage an Nord Stream : Eine bekannte Gefahr

          Seit Montag entweicht aus drei Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 Gas in die Ostsee. Nun fragen sich alle: Wer hat die Pipelines sabotiert?

          Superstar als Auslaufmodell : Zum Heulen mit Ronaldo

          Cristiano Ronaldo hat den Zeitpunkt für einen würdevollen Abschied verpasst. Der Superstar versucht verzweifelt, sich gegen den Lauf der Zeit zu stemmen. Damit wird er auch für seine Trainer zum Problem.