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Klimaschutz in der EU : Der Kohlendioxid-Ausstoß sinkt

EU-weit wurde das CO2-Ziel erreicht. Bild: dpa

Das CO2-Ziel für 2020 ist schon jetzt erreicht. Anders sieht es beim Anteil der Erneuerbaren am Energieverbrauch aus. Nicht nur Deutschland hat hier noch Nachholbedarf. Dafür schneiden drei Staaten überraschend gut ab.

          Energie- und klimapolitisch gleicht Europa auf den ersten Blick einem Flickenteppich. Um 2,5 Prozent dürfte der Ausstoß von Kohlendioxid im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2017 gesunken sein. Dies teilte das europäische Statistikbüro Eurostat jüngst mit. Hinter der Gesamtminderung verbergen sich jedoch große länderspezifische Unterschiede. Während die Emissionen in Irland, Bulgarien und Portugal mit rund 7 bis 9 Prozent deutlich zurückgingen, verzeichneten andere Staaten große Zuwächse – an der Spitze Lettland mit 8,5 Prozent. Deutschland rangiert mit einen Minus von 5,4 Prozent weit vorne, was jüngste Berechnungen des Umweltbundesamtes im Großen und Ganzen bestätigten.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings gelten nationale CO2-Zielwerte, denn die Ausgangslage in den Mitgliedstaaten ist verschieden: So wurde den vergleichsweise rückständigen Länder des früheren „Ostblocks“ zugestanden, dass ihr wirtschaftlicher Aufholprozess in begrenztem Maße mit steigenden Emissionen einhergehen dürfe. Entwickelte Länder wie Deutschland und Frankreich dagegen sind in der Pflicht, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 spürbar einzudämmen.

          Dies scheint mittlerweile gelungen. Obwohl auf europäischer Ebene nur zu einer Reduktion um ein Fünftel verpflichtet, hat Deutschland im Vergleich zum Jahr der Wiedervereinigung schon mehr als 30 Prozent geschafft; der hiesige Streit um den Klimaschutz hingegen speist sich aus dem nun kaum mehr zu erreichenden Sonderziel der Bundesregierung von 40 Prozent. Auch EU-weit wurde das CO2-Ziel erreicht. Schon für das Jahr 2017 meldete die Kommission, dass die Emissionen 22 Prozent unterhalb des Wertes des Jahres 1990 lägen – nicht zuletzt dank der Pflicht für Energiewirtschaft und Industrie zur Teilnahme am Emissionshandel. Dabei war die Gesamtminderung um 20 Prozent erst für das kommende Jahr anvisiert.

          Baltische Staaten schneiden gut ab

          Ebenfalls 20 Prozent betragen soll laut EU Strategie 2020 der Anteil der erneuerbaren Energie am sektorübergreifenden Bruttoendenergieverbrauch. Anders als bei CO2 ist hier jedoch noch Luft nach oben. Die letzte Zwischenbilanz von Eurostat beläuft sich auf 17,5 Prozent.

          Auch beim Bruttoendenergieverbrauch unterscheiden sich die Zielwerte von Land zu Land. Deutschland muss auf 18 Prozent kommen und steht derzeit bei rund 16,5 Prozent. Etwas mehr als ein Drittel der Mitgliedstaaten haben ihr Soll erfüllt, allen voran die nordischen Länder. In Schweden ist mehr als die Hälfte der verbrauchten Energie erneuerbaren Ursprungs, die Zielmarke von 49 Prozent wurde schon vor acht Jahren erreicht. Es folgen Finnland mit mehr als 40 Prozent und Dänemark mit mehr als 35 Prozent.

          Überraschend gut schneiden auch die drei baltischen Staaten und die beiden ärmsten EU-Mitglieder Rumänien und Bulgarien ab; Lettland erzielt schon heute einen Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch von 40 Prozent. Großen Nachholbedarf in Sachen Energieversorgung durch Wind, Sonne und Biomasse haben dagegen die Niederlande. Mit weniger als 7 Prozent ist noch nicht einmal die Hälfte der erforderlichen 14 Prozent geschafft. Grund ist die hohe Abhängigkeit vom heimischen Gas. Auch das kernkraftlastige Frankreich, Irland, Großbritannien und Luxemburg hinken noch deutlich hinterher. Für das Jahr 2030 gelten verschärfte Klimaziele: 40 Prozent weniger Treibhausgase, 32 Prozent Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch. Sanktionen bei Nicht-Erfüllung gibt es aber nicht.

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