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Klimapolitik : Die Deutschen wissen nicht, was sie wollen

  • -Aktualisiert am

Demonstranten wollen das Fliegen verbieten – die meisten Deutschen aber sind gegen Verbote. Bild: dpa

In der Klimapolitik ist die Mehrheit der Deutschen gegen Verbote. Doch systematische Anreize wie CO2-Steuer oder Emissionshandel finden keine Mehrheit. Beliebter sind Einzelmaßnahmen – das wird teuer.

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          Die Deutschen wissen nicht, was sie wollen. In der Klimapolitik befürworten drei von vier Deutschen Anreize, 15 Prozent sind für mehr Verbote. Um eben diese Anreize zu setzen, liegen – grob gesagt – zwei systematische Ansätze auf dem Tisch: eine CO2-Steuer oder ein Emissionshandel, der weitere Branchen erfasst. Die aber mögen die Deutschen auch nicht wirklich: zwei von fünf wollen den Emissionshandel ausweiten, nur etwa ein Drittel sind für eine CO2-Steuer.

          Stattdessen befürworten die Deutschen genau das, was in der deutschen Klimapolitik schon seit Jahren kolossal schief läuft: einen Strauß an Einzelmaßnahmen. Fast alle wollen die Forschung fördern, neun von zehn die erneuerbaren Energien voranbringen und die Bahnpreise senken, 70 Prozent sind für höhere Flugpreise und drei von fünf für alternative Antriebe für das Auto.

          Auf den ersten Blick erscheint das alles sinnvoll und klingt attraktiv: Wer ist schon gegen Forschung und wer will nicht für weniger Geld Bahn fahren?

          Dazu passt, dass die meisten Deutschen kaum Geld für den Klimaschutz ausgeben wollen. Jeder fünfte will gar nichts zahlen, insgesamt 60 Prozent sind bereit, weniger als 50 Euro im Monat auszugeben.

          Wenn sich aber eins gezeigt hat in der deutschen Klimapolitik: Am Ende ist es viel teurer, viele kleine Einzelmaßnahmen zu fördern, als CO2-Emissionen einmal systematisch zu bepreisen. Am teuersten wäre es aber ziemlich sicher, gar nichts zu tun.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

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