Weltklimavertrag :
Minimalkonsens in Paris

Andreas Mihm
Ein Kommentar von Andreas Mihm
Lesezeit: 4 Min.
Guter Dinge: Die Organisatoren der UN-Klimakonferenz lassen sich nach Abschluss des Vertrags von Paris feiern.
Weil in Paris gelang, was sechs Jahre zuvor noch misslungen war, wird der Weltklimavertrag überschwänglich gelobt. Zu Unrecht. Es mangelt dem Abkommen an fast allem.

Das neue Weltklimaabkommen war noch nicht beschlossen, da wurde es schon historisch genannt. Verdient es diese Würdigung? Allein die Tatsache, dass erstmals alle Staaten einen Vertrag zum Klimaschutz akzeptieren, ist ein Fortschritt. Ihre Zusicherung, den Anstieg der Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf deutlich weniger als zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, folgt dem Rat der Wissenschaft. Doch deshalb ist es noch kein guter Vertrag, der Samstagabend in Paris angenommen worden ist – und von allen 196 Mitgliedstaaten noch ratifiziert werden muss, bevor er 2020 in Kraft treten kann.

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