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Zehn Fragen und Antworten : Was Sie zum Weltklimagipfel wissen sollten

Die Pfeiler der Macht erinnern an Auspuffrohre. Dekoration vor dem Tagungsort der UN Klimakonferenz in Le Bourget nördlich von Paris. Bild: AFP

Der weltweite Kampf gegen die Erderwärmung ist auch ein Kampf gegen weitere Flüchtlingsströme. Was Sie sonst noch über die UN-Klimakonferenz wissen sollten.

          Wer kommt zum Weltklimagipfel COP21?

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das sind die Staatschefs und zuständigen Minister von 196 Vertragsparteien der Klimarahmen-Konvention, die auf dem „Erdgipfel“ der Vereinten Nationen im Jahr 1992 unterschrieben worden war. Mehr als 130 Staatschefs haben bereits ihr Kommen zugesagt – trotz der gestiegenen Terrorgefahr. Jede Delegation kommt mit Dutzenden Mitarbeitern, insgesamt werden gut 10.000 Mitglieder der Verhandlungsparteien erwartet. Dazu sind etwa 30.000 weitere Teilnehmer aus der „Zivilgesellschaft“ angemeldet, darunter Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsvertreter und etwa 3000 Journalisten.

          Was bedeutet COP21?

          Das ist die Bezeichnung der einundzwanzigsten Vertragsstaatenkonferenz: “Parties to the United Nations Framework Convention on Climate Change“. Die erste COP fand 1995 in Berlin statt – unter Leitung von Angela Merkel. 1997 kam es in Kyoto zu dem ersten völkerrechtlich verbindlichen Klimaschutzvertrag mit Emissionsminderungszielen für die Industrieländer, dem Kyoto-Protokoll, das 2005 in Kraft trat und 2020 ausläuft. Seither sind die weltweiten Treibhausgas-Emissionen aber nicht gesunken, wie seinerzeit angestrebt, sondern um 60 Prozent gestiegen. Cop15 in Kopenhagen vor sechs Jahren war der bisher  größte diplomatische Reinfall, eine Fortsetzung des Kyoto-Abkommens sollte es nicht geben. Auf der COP17 in Durban, Südafrika, war dann beschlossen worden, bis 2015 ein neues internationales Abkommen sowie einen „Green Climate Fund“ mit 100 Milliarden Dollar jährlich auszuhandeln, der den am stärksten betroffenen  Entwicklungsländern helfen soll, Klimaschutzmaßnahmen zu treffen.

          Wie lange wird konferiert?

          Die offiziellen Verhandlungen beginnen am Montag, den 30. November, und enden am 11. Dezember. Wahrscheinlich ist, dass auch am 12. oder 13. Dezember noch um einzelne Formulierungen für das Abschlussdokument gerungen wird. Zum ersten Mal werden die entscheidenden Reden der Staatschefs, die die Richtschnur für die Unterhändler sind, zu Beginn der Konferenz gehalten.  

          Was wird auf dem Klimagipfel entschieden?

          Paris soll der Startpunkt in eine neue Ära der multilateralen Klimapolitik bilden, der „zu einem kohlenstoffarmen und klimafreundlichen Entwicklungspfad“ der Weltgemeinschaft führen soll, wie es in einem Papier der Bundesregierung heißt. Kern soll das Pariser Klimaschutzabkommen sein. Es soll das Ziel enthalten, die globale Erwärmung langfristig möglichst auf unter zwei Grad zu halten und Minderungspflichten für die Emissionen von Treibhausgasen enthalten. 2020 soll es in Kraft treten. Auf lange Sicht streben viele Staaten Klimaneutralität, sprich Netto-Nullemissionen an – auch das könnte im Vertrag aufgenommen werden.

          Doch schon vor 2020, und das soll ebenfalls in Paris beschlossen werden, sollen konkrete Klimaschutzmaßnahmen unter der „Paris-Lima-Action-Agenda“ eingeleitet und dokumentiert werden. Völkerrechtlich bindend soll das neue Abkommen sein, und zwar nicht nur für Industrie- sondern auch für Schwellen- und Entwicklungsländer. Weitere wesentliche Elemente sollen klare Regeln sein, wie die Emissionsminderungen gemessen und wie oft sie überprüft werden sollen. Schließlich, ein vor allem für den Süden wichtiger Teil, sollen die jährlich 100 Milliarden Dollar Finanzmittel für den Klimaschutz verbindlich festgelegt werden.

          Wird der Streit um das Geld die Hauptrolle in Paris spielen?

          Das könnte passieren. Vor allem für die Entwicklungsländer, die die historische Schuld für die Erwärmung bei den reichen Ländern sehen, ist die Klärung der finanziellen Zusagen für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und Hilfen beim klimaverträglichen Aufbau ihrer eigenen Wirtschaft elementar wichtig. 

          Werden die Vereinbarungen rechtsverbindlich sein?

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