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Klimagerecht leben : Gretas Protest überfordert uns

„I love Earth“: Schüler streiken in Berlin für das Klima. Bild: EPA

Die „Fridays for Future“-Demonstranten fordern uns heraus: Selbst wer im Passivhaus lebt und kein Auto besitzt, verbraucht mehr CO2 als es das Zwei-Grad-Ziel erlaubt. Klimagerecht zu leben ist fast unmöglich.

          8 Min.

          Kürzlich war ich mal wieder demonstrieren. Eltern waren dazu aufgerufen, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Jugendliche gehen freitags statt zur Schule zur Demo. Da fand ich es eine bessere Idee, als Erwachsener samstags, statt „Sportschau“ zu schauen, auf die Straße zu gehen. Es war ein lauer Frühlingsabend, kurz zuvor hatte die schwedische Aktivistin Greta Thunberg die „Goldene Kamera“ erhalten. Treffpunkt war die Alte Oper in Frankfurt. An der Fassade steht das Motto „Dem Wahren Schoenen Guten“ – irgendwie passend zu einer Versammlung, die nicht weniger vorhat als die Rettung der Welt in den kommenden zwölf Jahren.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Um drei nach halb acht ist der Platz davor spärlich besetzt. Als vor einigen Wochen Fahrradaktivisten zur Demo riefen, kam locker die dreifache Teilnehmerzahl. Und da war es zehn Grad kälter und regnete. Wenn es um Konkretes geht, sind Menschen offenbar leichter zu mobilisieren, als wenn abstrakte Fragen wie Erderwärmung, Kohleausstieg und der eigene Lebensstil verhandelt werden. In den Berichten ist hinterher von 400 Teilnehmern die Rede. Höchstens die Hälfte sind Erwachsene, der Rest dürfte identisch mit „Fridays for Future“-Demonstranten sein.

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