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Klimaabkommen von Paris : Das Dokument zur Rettung der Welt

  • -Aktualisiert am

Klimawandel am Aletsch: Auch der größte Gletscher der Alpen schmilzt langsam Bild: AFP

Ein historischer Klimavertrag mit ambitionierten Zielen: Die Welt soll nur 1,5 Grad wärmer werden, so schnell wie möglich sollen die globalen Treibhausgas-Emissionen sinken. Alle wichtigen Punkte im Überblick.

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          Laurent Fabius sparte nicht mit schwerem rhetorischen Geschütz, als er am Samstag den endgültigen Entwurf des Pariser Klimavertrags präsentierte: „Wir erleben einen historischen Moment“, sagte der französische Außenminister und Chefverhandler des Klimagipfels, der seit zwei Wochen im Pariser Vorort Le Bourget tagt. Fabius sagte vor der Abstimmung: „Wenn wir jetzt versagen, werden unsere Kinder uns nicht verzeihen." Das Ziel der Pariser Verhandlungen war es, den ersten weltweit bindenden Klimavertrag überhaupt abzuschließen.

          Das sollten Sie dazu wissen:

          1. Die Erderwärmung soll auf weniger als 1,5 Grad begrenzt werden.

          In Artikel 2 des Vertrags verpflichten sich die unterzeichnenden Staaten, die Erderwärmung auf bedeutend weniger als zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Zudem wollen sie sich bemühen, den Temperaturanstieg wenn möglich unter 1,5 Grad zu halten. Dass das 1,5-Grad-Ziel es in den Klimavertrag geschafft hat, ist ein großer politischer Erfolg für die durch den Klimawandel besonders bedrohten Inselstaaten, die sich stark dafür eingesetzt hatten. Unterstützt wurden sie darin von einer Koalition von Industrieländern, darunter auch Deutschland. Das Ziel soll den hohen Anspruch des Vertrags verdeutlichen, hat aber eher symbolische Wirkung. Es zu erreichen, würde sofortige radikale Veränderungen in der globalen Wirtschaftsweise erfordern und gilt daher als unrealistisch. Zum Vergleich: Sollten alle beteiligten Länder tatsächlich die Klimaschutzvorgaben erfüllen, die sie im Vorfeld des Gipfels veröffentlicht haben, würde das die Erwärmung gerade einmal knapp unter drei Grad halten.

          2. Die Treibhausgasemissionen sollen so schnell wie möglich sinken.

          Das ambitionierte Ziel der „Dekarbonisierung“, also des völligen Verzichts auf fossile Brennstoffe bis zum Ende des Jahrhunderts, hat es nicht in den Vertrag geschafft, auch nicht in der abgeschwächten Form der „Klimaneutralität“, die im vorigen Vertragsentwurf noch festgeschrieben war. Schwellenländer wie Indien und China, Ölstaaten wie Saudi-Arabien, aber auch europäische Länder wie Polen, deren Wirtschaft stark an der Kohle hängt, stellten sich quer. Auch ein klares Datum, von dem an die globalen Treibhausgasemissionen sinken sollen, ist nicht mehr Teil des Vertrags. Übrig geblieben ist die vage Verpflichtung, dass sich alle Staaten bemühen sollen, „so schnell wie möglich“ den Punkt zu erreichen, an dem ihre Treibhausgasemissionen zumindest nicht weiter steigen. Der Vertrag erkennt explizit an, dass dies bei Entwicklungsländern – dazu gehören gemäß den UN-Definitionen auch China und Indien – länger dauern könnte. Zudem soll die Reduktion der Emissionen so erfolgen, dass sie mit wirtschaftlicher Entwicklung und Armutsbekämpfung vereinbar ist – ein klares Zugeständnis an die großen Schwellenländer, denen diese Klausel besonders am Herzen lag.

          3. Die nationalen Klimaziele werden alle fünf Jahre überprüft.

          Anders als in den vergangenen Tagen befürchtet, ist der Mechanismus zur regelmäßigen Überprüfung der nationalen Klimaziele nicht aus dem Vertrag geflogen. Das ist ein wichtiger Erfolg, denn ohne einen Weg, die Ziele regelmäßig zu kontrollieren und zu erhöhen, wäre der Vertrag kaum etwas wert gewesen. Von 2023 an sollen unabhängige Experten nun alle fünf Jahre überprüfen, inwieweit einzelne Länder die vereinbarten Zusagen erfüllt haben und ob eventuell Spielraum besteht, sie durch ehrgeizigere Ziele zu ersetzen. Zudem sollen alle Staaten einschätzen, ob sie nicht schon vorher ehrgeizigere Ziele vorlegen können. Das ist entscheidend, damit überhaupt eine Chance besteht, die weltweite Erwärmung unter zwei Grad zu halten. Die Klimaziele, die von den Staaten bisher vorgelegt wurden, reichen nämlich noch lange nicht aus, das oberste Ziel des Vertrags zu erreichen, die Begrenzung der Erwärmung auf weniger als zwei Grad.

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