https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/wie-die-katastrophe-von-fukushima-deutschland-veraenderte-17219585.html

Folgen des Fukushima-Unglücks : In 96 Stunden zum Atomausstieg

Rauch steigt am 14. März 2011 aus dem Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi auf. Bild: dapd

Die Katastrophe in Fukushima besiegelte das Ende der Kernkraft in Deutschland. Nur vier Tage brauchte Angela Merkel, um den endgültigen Ausstieg einzuleiten. Unüberlegt, verstolpert. Eine Rekonstruktion der Ereignisse vor zehn Jahren.

          9 Min.

          Jahrzehnte hat Deutschland um den richtigen Umgang mit der Kernenergie gerungen. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Als vor 10 Jahren, am frühen Morgen des 11. März 2011, erste Meldungen über ein schweres Erdbeben und einen verheerenden Tsunami Deutschland erreichen, ahnt noch niemand, dass an diesem Wochenende das Endes des Atomzeitalters in Deutschland besiegelt werden wird. Einige wenige Politiker der schwarz-gelben Koalition werden aus rein politischen Gründen unter Führung der Bundeskanzlerin über Nacht einem Dogma abschwören, für das sie bis vor kurzem noch vehement gekämpft und Gesetze geändert hatten. Das Protokoll einer 180-Grad-Wende.

          Freitag, 11. März 2011

          Inge Kloepfer
          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Unsanft wird Europa an diesem Freitagmorgen geweckt: Um 6.46 Uhr mitteleuropäischer Zeit bebt in Japan die Erde mit einer Stärke von 9 auf der Richterskala. Ein verheerender Tsunami trifft die Ostküste des Landes. „Die über 10 Meter hohe Wasserwand verwüstet ganze Landstriche. In dem Gebiet steht ein Atomkraftwerk“, heißt es in den Nachrichten. Dass die japanische Regierung nur wenige Stunden später den atomaren Notfall ausrufen wird, ist am frühen Freitagmorgen nicht abzusehen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Warmes Wasser aus der Leitung könnte es mancherorts bald nicht mehr durchgängig geben.

          Drohender Gasmangel : Das große Frösteln beginnt

          Warmwasser morgens nur noch bis 8 Uhr, leer gefegte Regale für Brennholz und Kohle: Was der drohende Gasmangel für Verbraucher bedeutet – und wie sich Deutschland für den Winter rüstet.
          Polarisiert: Ferda Ataman in der Bundespressekonferenz

          Ferda Ataman : Bisher hat sie zugespitzt und provoziert

          Die Kandidatin für das Amt der Antidiskriminierungsbeauftragten soll an diesem Donnerstag im Bundestag gewählt werden. Die Union hält Ferda Ataman wegen ihres Hangs zur Provokation für ungeeignet. Auch im Regierungslager gibt es Kritiker.

          Appell der Intellektuellen : Putins nützliche Idioten

          Deutsche Intellektuelle fordern einen Waffenstillstand im Ukrainekrieg und leugnen den Unterschied zwischen dem Aggressor und denen, die Widerstand leisten. Das spielt dem Machthaber im Kreml in die Hände. Ein Gastbeitrag.