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Umweltministerin im Interview : „Ein Scheitern wäre eine Niederlage für China“

Bundesumweltministerin Steffi Lemke Bild: Omer Messinger

Die Weltnaturkonferenz beginnt. Umweltministerin Lemke setzt sich für ein ambitioniertes Übereinkommen zum Schutz der Artenvielfalt ein. Doch die Herausforderungen sind riesig.

          6 Min.

          Frau Ministerin, die Klimakrise kommt bei den Menschen an, die Biodiversitätskrise nicht wirklich, obwohl Wissenschaftler beide als Zwillingskrisen beschreiben. Wie erklären Sie sich das?

          Katja Gelinsky
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin

          Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Beide Krisen gehören ganz eng zusammen und werden dennoch völlig unterschiedlich wahrgenommen. Das 1,5-Grad-Ziel ist eine sehr abstrakte Größe, dennoch haben Hitze, Dürre und Waldbrände die Klimakrise sehr unmittelbar in unser Leben gebracht. Bei der Biodiversitätskrise geht es zwar um das Aussterben von Pflanzen und Tieren und die Zerstörung von Gebieten, aber dass es dort weniger Vögel und Insekten gibt, nehmen wir nicht hautnah wahr. Ich glaube, wir erleben hier noch die Nachwirkungen früherer Mopsfledermaus- und Hamsterdebatten. Naturschutz wurde gleichgesetzt damit, dass ein Gewerbegebiet oder der Bau einer Brücke wegen einiger solcher Tiere verhindert wurde. Das fand man dann oft lächerlich oder unangemessen.

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