https://www.faz.net/-gqe-a6489

Wasserstoff-Projekt : Altmaier gibt Siemens Energy und Porsche einen Schub

Die chilenische Küste ist rund 5000 Kilometer lang. Bild: AFP

Mit 8,2 Millionen Euro aus dem Corona-Krisenpaket stößt der Wirtschaftsminister eine Wasserstoffpartnerschaft in Chile an. Altmaier sagt: Deutschland werde seine Energie nicht aus heimischen Mitteln decken können.

          2 Min.

          Die Zukunft der Energieversorgung liegt im Ausland. Davon ist Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) überzeugt. Besonderes Augenmerk liegt für ihn auf der Wasserstofftechnik, weil sie es erlaubt, mit Hilfe erneuerbarer Energien durch Elektrolyse Wasserstoff herzustellen, der als Energiespeicher dienen kann. An diesem Dienstag hat Altmaier dem Münchener Unternehmen Siemens Energy den ersten Förderbescheid ausgehändigt, um eine Anlage in Chile zu bauen. Der Bund stellt dafür 8,23 Millionen Euro zur Verfügung, die aus dem Corona-Krisenpaket stammen. „Das sieht nicht revolutionär aus, ist es aber“, sagte Altmaier in einer Online-Pressekonferenz in Berlin. Die beiden Unternehmen Siemens Energy und Porsche nähmen eine Pionierrolle ein.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          „Wir bringen internationale Partner zusammen, die gemeinsam demonstrieren wollen, wie Energieketten aussehen könnten“, sagte Christian Bruch, der Vorstandsvorsitzende von Siemens Energy. Die Herstellung von Wasserstoff werde künftig eine der wichtigsten Technologien sein. Erstmals werde ein Projekt eine geschlossene Kette von der Energie-Erzeugung mit Windkraft an der chilenischen Küste, über die Elektrolyse bis zum Verbrauch durch den Projektpartner Porsche verantworten. „Es ist wichtig, jetzt zu zeigen, dass wir es können“, sagte Bruch.

          Projektpartner für den Anlagenhersteller ist der Autohersteller Porsche. Von einem ersten Etappenziel sprach dessen Vorstandschef Oliver Blume anlässlich einer nun geschlossenen Absichtserklärung mit der chilenischen Regierung. „Das Geld des Bundes sorgt für den Drehmoment“, sagte Blume, der wie Bruch in die Pressekonferenz zugeschaltet wurde. In Chile stehe an der rund 5000 Kilometer langen Küste Windkraft nahezu unbegrenzt zur Verfügung. Die auf diese Weise geschaffene und konservierte Energie werde das Unternehmen im Motorsport, in der Neuerprobung und für historische Fahrzeuge einsetzen. Der Einsatz von E-Fuels in diesem Projekt stehe aber nicht im Widerspruch zur Strategie des Volkswagen-Konzerns, die Motoren vollständig auf E-Antrieb umzustellen.

          Die Herstellung von Wasserstoff sei technologisch anspruchsvoll, betonte Altmaier. Er sei stolz darauf, dass deutsche Unternehmen in diesem Feld führend seien. Das Projekt sei eine letzte Vorstufe zum Markthochlauf der Technologie. Ziel sei, in kurzer Zeit die industrielle Produktion hinzubekommen. „Wir werden den Bedarf nach grünem Wasserstoff nicht aus heimischer Energie decken“, sagte er. Deshalb müssten in Kooperationsprojekten immer mehr Länder und Unternehmen zusammenarbeiten. Damm werde es möglich werden, grünen Stahl herzustellen, eine klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen und sogar den Luftverkehr auf erneuerbare Energie umzustellen.

          Weitere Themen

          Dax vermeidet vorübergehendes Minus Video-Seite öffnen

          Aktienmarkt : Dax vermeidet vorübergehendes Minus

          Zur Eröffnung am Montag stieg der Dax auf zwischenzeitlich 15.948 Punkte. Einige Anleger haben vorherige Kursverluste zum Wiedereinstieg in den Aktienmarkt genutzt.

          Weißes Gold aus Deutschland

          Für Elektro-Mobilität : Weißes Gold aus Deutschland

          Mindestens zehn Kilogramm Lithium brauchen Hersteller für die Batterien eines Elektroautos. Vulcan Energy und der Chemiekonzern Nobian wollen die Abhängigkeit von China nun verringern – und in Frankfurt produzieren.

          Topmeldungen

          Bundesministerin für Bildung und Forschung: Bettina Stark-Watzinger am 14. Januar in Berlin

          Wissenschaftsministerin : Ein liberaler Aufbruch?

          Die Wissenschaft wird nicht nur für den ökologischen Umbau gebraucht. Die neue Ministerin Bettina Stark-Watzinger sollte ihr dafür die Freiheit lassen, die ihr bisher verwehrt wird.
          Bundeskanzler Olaf Scholz mit Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Montag in Madrid

          Kanzler besucht Madrid : Warum Sánchez auf Scholz baut

          Olaf Scholz und Pedro Sánchez verbindet eine langjährige politische Freundschaft. Die beiden wollen die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Spanien ausbauen.