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Vorstoß der Umweltministerin : Heiße Luft

Der Energieverbrauch von Rechenzentren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bild: dpa

In der Digitalisierung einen „Brandbeschleuniger“ für den Klimawandel zu sehen, missachtet, dass einem Schaden meist auch ein Nutzen gegenübersteht. Wie so oft in der Debatte um den Treibhausgasausstoß.

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          Der Mensch braucht Luft zum Atmen und das Internet Strom, um Daten zu übertragen. Diese Erkenntnis war schon in der Welt, bevor Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) den wachsenden Energiebedarf von Rechenzentren als Debattenthema entdeckt hat. Von Amts wegen ist das zwar ihre Aufgabe. Fraglich ist nur, ob Schulzes Forderung nach mehr Effizienz und mehr Ökostromversorgung mehr ist als heiße Luft. Denn nicht nur Betreiber von Rechenzentren wissen, dass Strom hierzulande alles ist, nur kein billiges Gut, mit dem verschwenderisch umgegangen werden kann.

          Investitionen in Energieeffizienz finden längst statt. Dass der Verbrauch unter dem Strich trotzdem steigt, überrascht angesichts von Streaming und vernetzten Produktionszentren nicht. Darin wie die Umweltministerin einen „Brandbeschleuniger“ für den Klimawandel zu sehen, missachtet aber wie so oft in der Debatte um den Treibhausgasausstoß, dass einem Schaden meist auch ein Nutzen gegenübersteht. Konzentrierte sich Schulze auf die Schaffung von Rahmenbedingungen für einen schnellen effizienten Ökostromausbau, könnte sie sich manche Debatte sparen.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

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