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Deutschlands Stromversorgung : Der Atomausstieg hat seinen Preis

Das Kernkraftwerk Isar in Niederbayern Bild: dpa

Der Weg zur Klimaneutralität ist steinig – zumal Deutschland energiepolitisch gern den zweiten vor dem ersten Schritt macht.

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          Die grüne Zukunft ist verheißungsvoll – und nach Fahrplan aus Berlin fast schon mit den Händen zu greifen. 2045 soll Deutschland klimaneutral sein und seinen Strombedarf voll und ganz aus Wind, Sonne und, wo nötig, Speichermedien wie Wasserstoff decken.

          Eine schöne Aussicht und in der Theorie möglich. Praktisch aber ist der Weg dahin steinig. Das liegt auch daran, dass man hierzulande energiepolitisch gern den zweiten vor dem ersten Schritt macht. Beispiel Atomausstieg: Ende nächsten Jahres gehen die verbliebenen Reaktoren endgültig vom Netz, längere Laufzeiten schließen auch die Betreiber kategorisch aus.

          Damit schwindet viele Gigawatt gesicherte – und klimafreundliche – Er­zeugungsleistung, ohne dass die pa­rallel zum Atomausstieg versprochenen Stromautobahnen fertig sind. Zugleich schreitet der Kohleausstieg voran.

          Wohl oder übel müssen deshalb neue Gaskraftwerke her, um die Versorgung bei Windstille zu sichern. Die sind nicht so klimafreundlich wie Kernkraftwerke, kosten und machen abhängig von Russland. Aber der Atomausstieg hat eben seinen Preis.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

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